Stand: 28.09.2017 07:23 Uhr

Reparatur der abgesackten A 20 dauert wohl Jahre

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Versinkt die Autobahn 20 langsam im Moor? Experten vermuten gebrochene Betonpfähle als Ursache für das Absacken.

Die Reparatur der abgesackten A 20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) wird Fachleuten zufolge wohl Jahre dauern. Aktuell ist die Autobahn zwischen Tribsees und Bad Sülze Richtung Rostock gesperrt. Spätestens am Wochenende soll der Verkehr mit Einschränkungen wieder rollen. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) rechnet auch in den kommenden Wochen mit massiven Behinderungen an der Engstelle. Er will die Ursache für die Fahrbahnschäden durch ein Bodengutachten klären lassen.

Südliche Fahrbahn nicht betroffen

Ab Sonnabend soll der Verkehr einspurig über die Gegenfahrbahn laufen. Die andere Fahrbahn Richtung Osten steht stabil, so der zuständige Mitarbeiter im Landesverkehrsamt, Ronald Norrmann. Auch die Brücke über die Trebel sei nicht betroffen. Hinter der Brücke, Richtung Rostock, ist die Straße auf etwa 100 Metern Länge abgesackt. Sie liegt dort bis zu einem halben Meter tiefer.

Zuletzt täglich zwei Zentimeter pro Tag abgesackt

Laut Norrmann versagt die Abstützung der Straße im moorigen Untergrund. Warum sei jedoch unklar. Das Absinken sei bereits im Frühjahr bemerkt worden, aber längst nicht so stark. "Zuletzt sackte die Straße bei laufendem Verkehr um zwei Zentimeter täglich, vorher war es ein halber Zentimeter", erklärte der Baufachmann. Die Reparatur wird nach Schätzungen des Landesamtes mindestens zwei Jahre dauern.

Tragende Betonstützen im Torf gebrochen?

Ein Ingenieurbüro forsche bereits nach der genauen Ursache und habe schon Grabungen vorgenommen. Als Ursache werde bisher vermutet, dass tragende Betonpfähle in der bis zu 20 Meter starken Torfschicht gebrochen sein könnten. "Dann müssten wir eine ganz neue Moorbrücke in der Tiefe bauen", erläuterte Norrmann. Dazu würden neue Bohrpfähle und eine sie verbindende Betonschicht gebraucht.

Abschnitt erst 2005 eröffnet

Die A 20 Lübeck-Stettin ist mit 324 Kilometern der längste deutsche Autobahnneubau seit 1945. Mit Baukosten von fast zwei Milliarden Euro war sie eines der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit und gilt als Hauptverkehrsader im Norden. Der betroffene Abschnitt war erst 2005 eröffnet worden.

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NDR 1 Radio MV | 28.09.2017 | 06:30 Uhr

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