Stand: 26.02.2016 17:38 Uhr

Radioaktive Windeln auf Deponie entdeckt

Im Zuge des Fundes auf dem Gelände der Deponie Ihlenberg wurde auch ein Wertstoffhof in Schwerin untersucht.

Auf der Deponie Ihlenberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) ist nach Informationen von NDR 1 Radio MV radioaktives Material entdeckt worden. Es handelt sich um Jod-131, das unter anderem in Kontrastmitteln für medizinische Untersuchungen verwendet wird, und das ebenfalls in der Medizin verwendete Lutetium. Nach Angaben von Deponie-Geschäftsführer Norbert Jacobsen waren Windeln die Strahlungsquelle. Sie stammten vermutlich von Patienten, die wegen Krebserkrankungen in Behandlung waren.

Strahlenmeldung bei Eingangskontrolle

Das Material wurde in einer Vorsortieranlage für Hausmüll entdeckt. Eine Messeinrichtung, die dort zum Schutz der Mitarbeiter eingebaut wurde, meldete radioaktive Strahlung. Eine Gefahr für die Angestellten habe aber zu keinem Zeitpunkt bestanden, so Jacobsen zu NDR 1 Radio MV. Seinen Angaben zufolge kommt es vier bis fünf Mal pro Jahr zu solchen Funden. Der betroffene Müll werde dann separat gelagert. Innerhalb von etwa einem Monat klinge die Strahlung soweit ab, dass der Müll weiterbehandelt werden könne. Die Halbwertzeit liege im aktuellen Fall bei nur acht Tagen.

Gefahrgutzug untersucht Schweriner Wertstoffhof

Das Material befand sich in Hausmüll, der per Lkw nach Ihlenberg gebracht worden war. Er stammt von einem städtischen Wertstoffhof in Schwerin. Dort hatte der Fund auf der Deponie am Freitag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Speziell ausgebildete Feuerwehrleute in Strahlenschutzanzügen durchsuchten eine Halle auf dem Gelände eines Abfallentsorgers im Stadtteil Großer Dreesch. Mit einem Geigerzähler sondierten sie einen großen Abfallhaufen - letztendlich ohne Befund.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.02.2016 | 17:30 Uhr