Stand: 09.03.2016 07:48 Uhr

"Power for Kids": Versagen im Jugendamt

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Ein Untersuchungsbericht bestätigt im Missbrauchsfall beim Verein "Power for Kids" Versagen im Jugendamt. (Themenbild)

Nach den Fällen sexueller Übergriffe in dem Schweriner Verein "Power for Kids" hat die Stadtverwaltung Versäumnisse im Jugendamt bestätigt. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Die Linke) sagte nach der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts über die Vorfälle, dass sie nun personalrechtliche Konsequenzen prüfe. Die betroffenen Mitarbeiter seien aktuell in anderen Bereichen der Stadtverwaltung eingesetzt.

Trotz Missbrauchs-Hinweis nicht gehandelt

Der mittlerweile verurteilte langjährige Chef des Vereins hatte noch monatelang Kinder missbraucht, obwohl beim Jugendamt bereits Hinweise auf die Vorfälle eingegangen waren. Ein Schulsozialarbeiter hatte das Amt alarmiert, weil zwei Jugendliche ihm von Übergriffen berichtet hatten.

Bericht: Mitarbeiter handelten regelwidrig

Es habe keine Risikoeinschätzung stattgefunden, ob möglicherweise noch weitere Kinder und Jugendliche betroffen sein könnten, heißt es in dem Untersuchungsbericht. Damit hätten die drei mit dem Fall befassten Mitarbeiter regelwidrig gehandelt. In der Folge habe kein Austausch innerhalb des Jugendamtes über den Fall stattgefunden, hieß es weiter. Das habe zu Folgefehlern geführt. Das Jugendamt habe weder Anzeige bei der Polizei erstattet, noch habe es den Verein informiert, um die Vorwürfe zu klären. Ein Sonderausschuss der Stadtvertretung untersucht das Vorgehen des Jugendamtes ebenfalls.

Zusammenarbeit mit Verein wird fortgesetzt

Der Schweriner Jugendhilfeausschuss hat unterdessen beschlossen, in Zukunft mit dem Verein zusammenzuarbeiten. Dazu soll es eine sogenannte Zielvereinbarung geben. Ein Kinderschutzkonzept, ein Beirat und eine Aufarbeitung der Vorgänge mit den Ehrenamtlern des Vereins werden darin festgelegt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.03.2016 | 07:30 Uhr

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