Stand: 03.03.2016 07:39 Uhr

"Power for Kids": Jugendamt in der Kritik

Der Schweriner Untersuchungsausschuss zum Kindesmissbrauch im Verein Power for Kids hat seine Aufklärungsarbeit am Mittwochabend fortgesetzt. Die Anwältin der betroffenen Familien warf dem Schweriner Jugendamt schwere Versäumnisse vor. Das Schweriner Jugendamt habe schlicht versagt, sagte die Rechtsanwältin Christine Habetha vor der Sitzung des Untersuchungsausschusses dem NDR.

Anwältin: Jugendamt hätte Polizei einschalten müssen

Die ersten Hinweise eines Schulsozialarbeiters auf die Übergriffe des Mitgründers und langjährigen Vorsitzenden des Vereins Power for Kids seien eindeutig gewesen. Das Amt hätte deshalb schon Anfang Februar 2015 zwingend die Polizei einschalten müssen, so Habetha. Offenbar fehle im Schweriner Jugendamt die nötige Sachkenntnis zum Thema Kindesmissbrauch, so die Juristin.

Viele Taten geschahen nach Kenntnis des Jugendamts

Der Vereinsgründer war erst im August 2015 verhaftet und vor wenigen Wochen zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Anwältin Habetha betonte: Von den 62 bisher vor Gericht verhandelten Taten seien 42 begangen worden, nachdem das Jugendamt bereits konkrete Hinweise auf den Missbrauch hatte.

Anzeige wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten angekündigt

Die Anwältin kündigte eine neue Strafanzeige wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten gegen den Vereinsgründer an. Der verurteilte langjährige Vereinschef habe mehrere Kinder zum Sparen animiert und ihr Taschengeld verwaltet. Dieses Geld sei nun nicht mehr auffindbar, so die Juristin. Auch die Verwendung der Zuschüsse aus dem Bildungs- und Teilhabe-Paket sei völlig ungeklärt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.03.2016 | 07:00 Uhr

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