Stand: 18.02.2016 16:53 Uhr

Polizei-Panne: Opfer-Anwalt wendet sich an Caffier

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Der Opfer-Anwalt fordert Unterstützung von Innenminister Caffier.

Der missglückte Einsatz von Hamburger Polizisten in Lutheran mit einem Schwerverletzten zieht weitere Kreise. In einem Brief an Innenminister Lorenz Caffier (CDU) forderte der Opferanwalt Benjamin Richert, weiteren Schaden von Unbeteiligten abzuwenden. Caffier solle auf die Hamburger Behörden einwirken, damit - so wörtlich - "weitere gefährliche Einzelaktionen" verhindert werden, heißt es in dem Schreiben, das dem NDR vorliegt.

Anwalt wirft MEK Begleichen einer "offenen Rechnung" vor

Es liege der Verdacht nahe, dass das Hamburger Mobile Einsatzkommando (MEK) eine offene Rechnung mit dem eigentlich Gesuchten begleichen möchte.

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Bei dem Einsatz am vergangenen Freitag vor einer Fleischerei in Lutheran wollte das Einsatzkommando einen offenen Haftbefehl vollstrecken. Dabei schoss einer der Hamburger Polizisten auf einen Autofahrer und verletzte ihn schwer. Zu den Vorgängen ermittelt zur Zeit die Staatsanwaltschaft.

Polizeiführer mit Helikopter nach Lutheran geflogen

Unterdessen bestätigte die Schweriner Staatsanwaltschaft dem NDR, dass ein Polizeiführer nach dem Einsatz mit einem Helikopter nach Lutheran eingeflogen wurde. Der Opferanwalt sprach in diesem Zusammenhang von einem offenbar "persönlich motivierten Ausflug" auf Kosten der Steuerzahler.

Innenministerium: Keine voreiligen Schlüsse

Das Innenministerium in Schwerin warnte indes am Donnerstag vor voreiligen Schlüssen. Innenstaatssekretär Thomas Lenz sagte, das Schreiben von Rechtsanwalt Richert an den Minister sorge für Verwunderung und die darin geäußerten Auffassungen würden nicht geteilt. Das Innenministerium ließ mitteilen, es werde laufende Ermittlungen nicht öffentlich kommentieren. Dass die Polizei auch über Ländergrenzen hinaus tätig werden, sei gängige Praxis und rechtlich nicht zu beanstanden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.02.2016 | 16:00 Uhr