Stand: 17.03.2016 09:27 Uhr

Einsatz in Lutheran: Straftäter stellt sich

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Bei dem Zugriff wurde eine andere Person als die gesuchte durch einen Kopfschuss schwer verletzt. (Archivbild)

Fünf Wochen nach einem missglückten Polizei-Einsatz in Lutheran (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat sich der seit Monaten gesuchte Straftäter den Behörden gestellt, um seine Haftstrafe anzutreten. Wie die Polizei am Donnerstag bestätigte, trat der 38-Jährige seine Haftstrafe im Gefängnis Hamburg-Billwerder an. Er ist wegen Körperverletzung zu fast drei Jahren Haft verurteilt.

Verhängnisvolle Verwechslung

Bei dem Versuch eines Hamburger MEK, den Zuhälter aus dem Hamburger Rotlichtmilieu zu verhaften, war es zu einer Verwechslung gekommen. Dabei hatte ein Polizist dem Fahrer eines verdächtigen Autos in den Kopf geschossen. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Verletzten, weil er angeblich eine Polizeisperre durchbrechen wollte. Der 27-jährige Mann lag tagelang im Koma.

Weiterer Polizeieinsatz misslang

Zwei Tage vor dem Zwischenfall in Lutheran hatte bereits ein Einsatzkommando des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern drei Bauarbeiter bei Plau am See überwältigt. Weil das Auto des Gesuchten in der Nähe stand, hatten die Ermittler den Mann unter den Arbeitern vermutet. Dies war jedoch nicht so.

Vorfall erreicht die Politik

Ende Februar hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) im Innenausschuss in Schwerin darauf verwiesen, dass es Hamburger Beamte gewesen seien. Dass Hamburger Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern einen Mann festnehmen wollten, sei ein normales Verfahren. Allerdings seien die Folgen in diesem Fall fatal gewesen, räumte Caffier ein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.03.2016 | 09:00 Uhr