Stand: 14.02.2016 14:07 Uhr

Polizei-Panne? Mann nach Schuss im Koma

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Mitten auf der Straße eingekeilt: Einsatzfahrzeuge der Hamburger Polizei haben in Lutheran ein Auto zum Stehen gebracht.

In Lutheran bei Lübz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ist es am Freitagabend offenbar zu einer Panne bei einem Polizeieinsatz gekommen. Dabei wurde ein 27 Jahre alter Mann lebensgefährlich verletzt, bei dem es sich nach Angaben der Schweriner Staatsanwaltschaft nicht um einen per Haftbefehl aus Hamburg gesuchten Straftäter handelte. Der Gesuchte war nicht vor Ort.

Die Schweriner Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den Polizisten, der den 27-Jährigen angeschossen hat. Am Sonntag teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass der Verletzte unbewaffnet war. Weder bei ihm, noch bei seinem Mitfahrer oder im gestoppten Geländewagen seien Waffen gefunden worden.

Angeschossener verlor ein Auge

Der angeschossene Mann erlitt eine Wunde im Kopf und wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Schwerin gebracht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Sonntag schwebt der Mann nach wie vor in Lebensgefahr und hat durch die Kugel ein Auge verloren. Wie die "Schweriner Volkszeitung" berichtete, soll es sich bei dem Mann nach unbestätigten Informationen um eine polizeibekannte Person aus dem knapp 20 Kilometer entfernten Plau handeln.

Eigentlich MEK-Einsatz gegen Rotlichtkriminalität

Nach Angaben der Polizei habe es bei dem Einsatz am Freitagabend in Lutheran eine "Gefährdungslage" gegeben. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, dass diese Lage den Schusswaffengebrauch vermutlich rechtfertige. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV handelte es sich um eine Aktion des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) aus Hamburg gegen die Drogen- und Rotlichtkriminalität.

Der gesuchte Straftäter hatte eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten wegen Körperverletzung nicht angetreten. Berichte, dass der gestoppte Wagen auf dessen Namen zugelassen sei, wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Nach Medienberichten soll der Geländewagen auf die Mutter des gesuchten Straftäters zugelassen sein und die beiden Männer im Wagen sollen Dachbleche für den Bau eines Schuppens transportiert haben.

Rechtsanwalt des Gesuchten schnell vor Ort

Der Straßenzug war nach dem Einsatz bis nach Mitternacht voll gesperrt. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV war kurz nach dem Zugriff der Rechtsanwalt des ursprünglich gesuchten Mannes vor Ort - nach eigenen Angaben zufällig. Bei seinem Mandanten handelt es sich um eine bekannte Hamburger Milieugröße, wie es hieß.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.02.2016 | 13:00 Uhr