Stand: 11.03.2016 14:33 Uhr

Ökolandbau: Keine Privilegien bei Verpachtung

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Änderungen bei der Verpachtung von landeseigenen Flächen lehnt Agrarminister Backhaus ab. (Archivbild)

Die Grünen sind im Landtag mit einem Vorstoß für mehr Ökoland-Bau in Mecklenburg-Vorpommern gescheitert. SPD, CDU und Linke lehnten Veränderungen bei Verpachtungen von Landesflächen zugunsten von Bio-Betrieben ab. Schon die bisherigen Vergabekriterien zielten auf nachhaltige, umwelt- und tierartgerechte Landwirtschaft, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Freitag im Schweriner Landtag. 2015 seien 23 Prozent der neu verpachteten Landesflächen an Bio-Landwirte gegangen. Mit neun Prozent Agrarflächen für Biobetriebe nehme Mecklenburg-Vorpommern im Ländervergleich einen Spitzenplatz ein. Neue Vergaberichtlinien seien daher weder nötig noch sinnvoll, sagte Backhaus.

Grüne: Agrarpolitik setzt auf Wertschöpfung durch Großbetriebe

Dagegen sagte die Grünen-Abgeordnete Ursula Karlowski, dass Ökobetriebe bei der Pacht landeseigener Flächen mit einem Anteil von derzeit 6,4 Prozent deutlich unterrepräsentiert seien. Karlowski warf der Landesregierung vor, in ihrer Agrarpolitik einseitig auf steigende Wertschöpfung durch große Tierhaltungsanlagen zu setzen. Die Folgen für Wasser, Boden, Luft und Gesundheit würden dabei aber nicht berücksichtigt. "Sie stehen beim Ökolandbau auf der Bremse und vergeben damit eine große Chance für das Land", so Karlowskis Vorwurf an den Minister.

Viele Bio-Produkte aus MV

Nach Angaben des Agrarministeriums verpachtet das Land rund 86.000 Hektar zur landwirtschaftlichen Nutzung, Das seien gut sechs Prozent der gesamten Agrarflächen im Nordosten. Meist würden die Verträge mit den bisherigen Nutzern verlängert, etwa zehn Prozent werden öffentlich ausgeschrieben. Ein großer Teil der deutschen Bio-Produkte wird demnach im Nordosten produziert. Über 120.000 Hektar - neun Prozent der Agrarflächen im Land - werden besonders ressourcenschonend, umweltverträglich und tierartgerecht bewirtschaftet. Laut dem Ökolandbau-Konzept soll die Fläche bis 2020 um etwa 30.000 Hektar wachsen. 15 Prozent der Bio-Schweine und -Rinder und 25 Prozent der Bio-Eier auf dem deutschen Markt kommen schon aus Mecklenburg-Vorpommern.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.03.2016 | 13:00 Uhr