Stand: 11.09.2017 17:38 Uhr

Nord Stream 2: Die ersten Rohre sind schon fertig

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Die Rohre müssen ummantelt werden, damit die Erdgasleitung später sicher auf dem Meeresboden liegt.

Für die umstrittene zweite Ostseepiepline stehen noch immer Genehmigungen aus, dennoch gehen die Arbeiten für das Milliardenprojekt auf der Insel Rügen unvermindert voran. Im Rohrummantelungswerk in Mukran sind bereits 3.200 Pipeline-Rohre mit dem erforderlichen Betonmantel versehen worden. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Gasleitung nicht beschädigt wird und sicher auf dem Meeresgrund liegt.

Zigtausende Rohre stapeln sich auf Hafengelände

Für die Herstellerfirma Wasco Coatings gibt es noch immer eine Menge zu tun. Denn draußen auf den riesigen Lagerflächen auf dem Gelände des Fährhafens liegen noch rund 50.000 Rohre, die noch ummantelt werden müssen. Das Gewicht jeder der zwölf Meter langen Röhren erhöht sich dadurch von 12 auf 24 Tonnen. Dies soll bis Ende 2018 geschehen, damit sie anschließend zur Verarbeitung in der Ostsee bereit liegen. Insgesamt müssen 90.000 Röhren für die rund 1.200 Kilometer lange Pipeline ummantelt werden. Im Herbst sollen die ersten Rohre auf Schiffe geladen und für die spätere Verlegung im Meer zum schwedischen Hafen Karlshamn gebracht werden.

Einige Mitarbeiter waren schon bei Nord Stream 1 mit dabei

In dem Werk auf dem Fährhafengelände waren bereits die Rohre für den Bau der ersten Ostseepipeline von 2007 bis 2012 ummantelt worden. Wasco Coatings hatte für die zweite Pipeline gleich das komplette alte Werk mitsamt der Maschinen gekauft. Auch einige der alten Mitarbeiter, die schon die Rohre der ersten Pipeline mit Beton verkleidet hatten, sind jetzt wieder dabei. Wasco beschäftigt nach Unternehmensangaben in Sassnitz-Mukran 390 Mitarbeiter. Die Technik wurde weiterentwickelt und einige Maschinen wurden erneuert, so dass die Produktion nun schneller läuft als noch vor rund zehn Jahren.

Genehmigungen stehen noch aus

Ob die zweite, von der Gazprom-Tocher Nord Stream 2 geplante Trasse gebaut wird, ist offen, da bislang keine Genehmigungen vorliegen. Nord Stream hatte das malaysische Unternehmen Wasco für 650 Millionen Euro mit der Rohrummantelung beauftragt. Im finnischen Kotka steht ein ähnliches Werk. Dort werden derzeit rund 110.000 Rohre mit Beton ummantelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.09.2017 | 17:10 Uhr

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