Stand: 15.06.2017 16:20 Uhr

Neun Drogentote, mehr Drogenkriminalität

In Mecklenburg-Vorpommern werden immer mehr Drogen konsumiert. Seit 2013 registrieren Ermittler eine kontinuierliche Zuhnahme der Missbrauchsfälle. Das geht aus der aktuellen Bilanz des Landeskriminalamtes hervor. 5.488 Missbrauchsfälle konnten die Beamten im vergangenen Jahr aufdecken - das seien 717 mehr als noch 2015, sagte Rauschgiftdezernent Stefan Kellermann am Donnerstag.

Zahl der Drogentoten fast verdoppelt

Auch die Zahl der Drogentoten ist fast um das Doppelte gestiegen. Neun Menschen starben infolge einer Überdosis. Jüngstes Opfer war eine 14-Jährige in Rostock. Besonders der Anstieg der Missbräuche unter Kindern und Jugendlichen macht den Ermittlern Sorgen. So habe sich seit 2011 die Zahl der minderjährigen Täter verdreifacht. 8,1 Prozent der Tatverdächtigen insgesamt seien Ausländer, an erster Stelle Syrer.

LKA-Chef: Legalisierungs-Diskussion führt zu Bagatellisierung

Es sei auch zum Teil sehr einfach an die Drogen heranzukommen - etwa über das Internet. Größtenteils erfolge der Handel über das Darknet. Außerdem sieht das LKA feste Strukturen für die Beschaffung und den Vertrieb von Rauschgift. LKA-Direktor Ingolf Mager sieht eine Ursache für das Wachstum der Drogenkriminalität in der Diskussion um die Legalisierung von Cannabisprodukten: "Sie hat dazu geführt, das Risikobewusstsein zu senken." Damit würden auch andere Drogen bagatellisiert. Der Trend sei europaweit zu beobachten.

Viele Delikte im Verkehr und bei Verantaltungen

Durch ihre Ermittlungen konnte die Polizei auch mehr Drogen beschlagnahmen. Die meisten Drogendelikte würden bei Kontrollen im Straßenverkehr oder bei Veranstaltungen aufgedeckt. So stoppte im Mai 2016 die Autobahnpolizei auf der A 19 einen Autofahrer aus Slowenien mit 50 Kilogramm Cannabis in seinem Wagen. Insgesamt beschlagnahmte die Polizei gut eine Million Euro Drogengelder bei Tätern.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.06.2017 | 16:00 Uhr

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