Stand: 15.01.2016 17:18 Uhr

Neujahrsempfang: Sellering benennt Schwerpunkte

Bild vergrößern
Unter den 450 Gästen war auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (dritte von links).

Stärkung der Wirtschaftskraft, die Sicherung einer tarifgerechten Entlohnung und die Integration von Flüchtlingen - diese Themen hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) als Schwerpunkte der Regierungsarbeit im Wahljahr für 2016 benannt. Sellering hatte am Freitag zum Neujahrsempfang in die Wismarer St.-Georgen-Kirche eingeladen. Rund 450 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Kultur und Sport sowie Angehörige des Diplomatischen Korps waren der Einladung gefolgt.

Mittelstand soll beste Bedingungen bekommen

Eine starke Wirtschaft sei die Voraussetzung dafür, dass Arbeitsplätze gesichert werden und weitere hinzukommen könnten, sagte der Regierungschef in Wismar: "Dabei muss es um gute Arbeit gehen, mit existenzsichernden Löhnen, die konkurrenzfähig sind." Sellering betonte die Bedeutung des Mittelstandes. Die Betriebe seien mit Herzblut geführt, innovativ und beweglich. Ihnen wolle die Landesregierung beste Rahmenbedingungen für ihre unternehmerische Entwicklung bieten.

Jedermann in der St. Georgenkirche in Wismar

Neujahrsempfang der Landesregierung

Nordmagazin -

Beim Neujahrsempfang der Landesregierung wurde das vergangene Jahr analysiert und das kommende geplant. Den Auftakt machte ein Ausschnitt aus Hofmannsthals Jedermann.

1 bei 1 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Tarifbindung insgesamt noch zu gering

Der Ministerpräsident zeigte sich überzeugt, dass die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich von qualifizierten Arbeitskräften bestimmt wird. Die Fachkräftesicherung gelinge aber nicht, wenn Mecklenburg-Vorpommern weiter das schädliche Image des Niedriglohnlandes anhaftet. Zwar zahlten leistungsstarke Unternehmen im Land bereits Löhne wie ihre westdeutsche Konkurrenz, doch sei die Tarifbindung insgesamt noch zu gering.

Flüchtlingsdebatte ohne Schwarz-Weiß-Malerei

Sellering äußerte Verständnis dafür, dass die Aufnahme der großen Zahl von Asylsuchenden auch zu Verunsicherung in der Bevölkerung führte. Die Silvesternacht in Köln habe gezeigt, mit welchen Problemen die Integration verbunden sein könne. "Die Emotionen gehen hoch in dieser Debatte. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht in Schwarz-Weiß-Malerei verfallen", mahnte der Regierungschef. Deutschland müsse auch künftig Menschen helfen, die in ihrer Heimat Krieg, Verfolgung und Gewalt ausgesetzt sind. "Das ist ein selbstverständliches Gebot der Menschlichkeit."

Seinen besonderen Dank sprach er Verwaltungsmitarbeitern in Land und Kommunen, den Angehörigen sozialer Verbände und den vielen Ehrenamtlichen aus, die bei der Aufnahme der Flüchtlinge Großartiges geleistet hätten.

Sellering übergibt Verdienstorden

Bild vergrößern
Gerd Schneider, Ulrike Legde und Helmut Rohde (rechts) bekamen den Verdienstorden des Landes.

Im Rahmen des Neujahrsempfangs verlieh Sellering auch den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern an herausragende Persönlichkeiten. Geehrt wurden in diesem Jahr Ulrike Legde aus Beseritz (Mecklenburgische Seeplatte) für ihr ehrenamtliches Wirken, der Rostocker Mediziner Helmut Rohde als Mitorganisator der Benefizaktion Hanse-Tour Sonnenschein und der frühere Direktor des NDR Landesfunkhauses, Gerd Schneider, unter anderem für seine Verdienste um das deutsch-polnische Verhältnis.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.01.2016 | 17:00 Uhr