Stand: 02.10.2017 18:37 Uhr

Neuer Schafsriss bei Kuhstorf

Bei Kuhstorf im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist ein gerissenes Schaf entdeckt worden. Wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte, schließt der Rissgutachter einen Wolf als Verursacher nicht aus. Er habe Proben genommen, sie sollen so schnell wie möglich auf genetische Spuren hin untersucht und ausgewertet werden. Wie das Ministerium weiter mitteilt, war die betroffene Herde nicht wie empfohlen gesichert. Damit Nutztierhalter im Falle eines Wolfsrisses entschädigt werden können, müssen sie bestimmte Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde nachweisen.

Landtagsdebatte: Backhaus verlangt einheitlichen Umgang

Mit Blick auf die Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere hatte Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch bei einer Debatte im Landtag einen einheitlichen Umgang mit dem Wolf gefordert. Der Bund müsse auf der nächsten Umweltministerkonferenz im November endlich definieren, wie mit Problemwölfen umgegangen werden soll, so Backhaus im Schweriner Landtag. Einheitliche Rechtsgrundlagen seien nötig, um solche Wölfe zu vergrämen oder zu erlegen.

Minister mahnt Herdenschutz an

Der Landwirtschaftsminister appellierte auch an die Schaf- und Ziegenhalter, ihre Herden vor dem Wolf zu schützen. Damit Nutztierhalter im Falle eines Wolfsrisses entschädigt werden können, müssen sie bestimmte Maßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde vorweisen. Im Nordosten gab es in diesem Jahr bereits 16 Wolfsattacken auf Nutztiere, das sind schon jetzt zwei mehr als im Jahr 2016. Bei der Hälfte der Fälle hätten die Schaf- und Ziegenbesitzer keine Schutzmaßnahmen ergriffen, kritisierte Minister Backhaus.

Das Wolfs-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern

Landwirte fordern Abschüsse, Tierschützer ein Nebeneinander

Der Vorsitzende des Landesschafzuchtverbandes, Jürgen Lückhoff, forderte schnellere Hilfen vom Land. Bei Wolfsattacken könne es nicht sein, dass die Nutztierhalter wochenlang auf die Analyse warteten. Aggressive Wölfe müssten kurzfristig getötet werden, so Lückhoff. Kristin Zscheile vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie sagte, die Rückkehr des Wolfes nach sei ein natürlicher Vorgang. Es gehe darum, das Nebeneinander von Mensch und Wolf so konfliktarm wie möglich zu gestalten.

Wölfe - seit 2000 zurück in Deutschland

In Mecklenburg-Vorpommern hatten sich die ersten Wölfe vor rund elf Jahren angesiedelt. Zu Beginn waren es einzelne Tiere, im Sommer 2014 konnten in der Lübtheener Heide und der Ueckermünder Heide die ersten Wolfswelpen nachgewiesen werden - mithilfe von Fotofallen. Nach offiziellen Zahlen leben derzeit mindestens drei Wolfsrudel und ein Wolfspaar im Nordosten.

Ein Wolfsrudel

Der Wolf in MV: Glücksfall oder Dauerrisiko?

Nordmagazin -

Wölfe sind in Mecklenburg-Vorpommern wieder heimisch - was Artenschützer freut, sehen viele Landwirte mit Sorge. NDR Journalistin Ina Lebedjew informiert zum Problem der Wolfsrisse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.10.2017 | 16:30 Uhr

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