Stand: 10.08.2017 16:12 Uhr

Neue Gesetze: Traditionsschiffer funken SOS

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Die neue Sicherheitsrichtline für Traditionsschiffe wird zum 1. Januar 2018 umgesetzt - die Eigner sind besorgt.

Zum Auftakt des Segelschiff-Treffens Hanse Sail in Rostock funkt der Dachverband der deutschen Traditionsschiffe (GSHW) SOS. Mit den neuen gesetzlichen Anforderungen an die Traditionsschiffer setzt Deutschland nach den Worten des GSHW-Vorsitzenden Jan-Matthias Westermann sein maritimes Erbe aufs Spiel. Die Veränderungen seien für Eigner mit so hohen Kosten verbunden, dass befürchtet werde, viele müssten ihr kostspieliges Hobby aufgeben. Symbolisch soll in Rostock ein Rettungsring an Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsdientin Manuela Schwesig (SPD) übergeben werden.

Frank Breuner moderiert Land und Leute.

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Sicherheitsstandards sollen erhöht werden

Mit der geplanten Verordnung des Bundesverkehrsministeriums sollen die Sicherheitsstandards der teils mehr als 100 Jahre alten Schiffe an die Maßstäbe der Berufsschifffahrt angepasst werden. Darunter seien Regeln, die für die meist ehrenamtlich Tätigen an Bord der Schiffe nicht erfüllbar seien, so Westermann. Vor allem den Betreibervereinen würden künftig die Menschen fehlen. Denn auch die Leute, die nur wenige Tage in der Saison an Bord sind, bräuchten Zeugnisse ihrer Seediensttauglichkeit. Wenn die Besatzungen aus hauptberuflich Tätigen zusammengesetzt werden, müssten künftige Passagiere Preise wie auf einem Kreuzfahrtschiff zahlen, hieß es vom Verband.

Umfassende technische Vorgaben

Dazu kämen technische Vorschriften wie längere Ankerketten sowie metallummantelte Aufgänge aus Gründen des Feuerschutzes, die schwierig umzusetzen seien. "Wir wollen eine bessere Sicherheit, aber wir müssen bedenken, dass wir es mit Unikaten zu tun haben", sagte Westermann NDR 1 Radio MV. Die Ehrenamtlichen müssten diese hohen Anforderungen auch erfüllen können, das sei aber schwierig.

Schiff ahoi auf der Hanse Sail 2017

Zwei Drittel der deutschen Traditonsschiffe in Gefahr?

Laut GSHW gibt es aktuell noch 110 deutsche Traditionsschiffe, die über ein entsprechendes Sicherheitszeugnis verfügen. Der Verband geht davon aus, dass mindestens 60 bis 70 Prozent durch die Neuordnung akut gefährdet sind und innerhalb von fünf Jahren aus der Szene verschwinden könnten. Nach Gesprächen mit dem Ministerium in Berlin gibt es den Angaben zufolge die mündliche Zusage für Fördermittel in Höhe von 20 Millionen Euro für notwendige Umbauten. Es gebe aber noch keine endgültige Zusage. Westermann geht davon aus, dass 50 Millionen Euro nötig sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.08.2017 | 17:00 Uhr

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