Stand: 12.02.2016 09:12 Uhr

Nationalparkamt warnt vor Kreideabbrüchen

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Trotz der Warnungen sind viele Spaziergänger unterhalb der Steilküste unterwegs.

Das Nationalparkamt Jasmund warnt vor weiteren Kreideabbrüchen auf Rügen. Ungeachtet der Gefahren spazieren zahlreiche Urlauber unterhalb der Klippen an der Küste entlang.

Abbruch-Bereich wird nicht betreten

Erst in der vergangenen Woche waren mehrere Tausend Kubikmeter Kreide zwischen Sassnitz und Lohme abgerutscht. Das Gemisch aus Kreide, Mergel und Lehm sei rund 30 Meter weit in die Ostsee gestürzt, so der Leiter des Nationalparkamtes Jasmund, Ingolf Stodian, zu NDR 1 Radio MV. Wegen der Gefahren dürfen er und seine Mitarbeiter den Uferbereich nicht mehr betreten.

Warntafeln werden kaum beachtet

Besuchern rät Stodian dringend davon ab, unterhalb der Klippe vom Königsstuhl nach Sassnitz zu wandern. Dennoch versuchen es einige Gäste - die Hinweise auf den Warntafeln an den Ufer-Zugängen werden kaum beachtet. Der Strand bleibt aber zugänglich, großflächige Sperrungen schließt das Nationalparkamt aus.

An diesen Steilküsten droht Gefahr

Gefährliche Steilküsten

Insbesondere auf Rügen ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Abbrüchen gekommen. Diese Abbrüche stellen insbesondere für Urlauber eine große Gefahr dar. Trotz Warnungen geraten Wanderer immer wieder in Notlagen. Tragischer Höhepunkt: Weihnachten 2011 war am Kap Arkona auf Rügen ein zehnjähriges Mädchen verschüttet worden. Die Leiche wurde erst Wochen später entdeckt. Als besonders gefährlich gelten die bis zu 70 Meter hohen Steilküsten bei Jasmund, Wittow und Granitz. Aber auch auf Hiddensee, auf dem Fischland bei Ahrenshoop und im Klützer Winkel kommt es an den Steilküsten immer wieder zu Abbrüchen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.02.2016 | 06:30 Uhr