Stand: 29.02.2016 16:01 Uhr

Nach Rissen: Hinweise auf Wolf an der Müritz

Nach der Analyse von Schafs- und Damwildrissen verdichten sich Hinweise, dass der Wolf neben der Lübtheener und Ueckermünder Heide nun auch wieder an der Müritz heimisch ist. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums konnte jüngst mittels einer Wildkamera ein Wolf eines Damwild-Risses überführt werden. Zudem sei durch eine genetische Analyse festgestellt worden, dass eine im November 2015 verletzte Ziege am Ostufer der Müritz ebenfalls Opfer einer Wolfs-Attacke geworden ist.

Wolf auch in Nossentiner Heide aktiv

In den vergangenen Jahren hatte es in der Region lediglich gelegentlich Einzelnachweise gegeben, jedoch keine Hinweise auf ein neues Wolfs-Territorium. Wie es weiter hieß, sei derzeit auch in der Nossentiner Heide ein Wolf aktiv. Dies würden ein Bild einer Fotofalle und einige Sichtungsmeldungen belegen. Das Ministerium bittet Augenzeugen, ihre Wolfsbeobachtungen zur Unterstützung des Wolfsmonitorings an die geschulten Wolfsbetreuer zu melden.

Schafsrisse durch Wolf und Hund

Laut Ministerium sind am Wochenende nahe der Lübtheener Heide sowie in der Nähe von Greifswald insgesamt 13 Schafe und ein Damwild gerissen und weitere Tiere verletzt worden. Bei den neun toten Schafen nördlich der Lübtheener Heide geht ein Riss-Gutachter von einem Wolf als Verursacher aus. Bei den vier getöteten Schafen nahe Greifswald sprächen die Indizien hingegen für einen Hund, hieß es aus Schwerin.

Herdenschutz überprüfen

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) forderte die Schaf- und Ziegenhalter in den Wolfsgebieten auf, ihre Vorkehrungen zum Herdenschutz umfassend zu überprüfen. "Die Förderrichtlinie Wolf bietet im ausgewiesenen Wolfsgebiet des Landes zudem die Möglichkeit, Vorkehrungen zum Herdenschutz finanziell mit bis zu 75 Prozent der Kosten zu fördern“, teilte Backhaus mit.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.02.2016 | 16:00 Uhr

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