Stand: 03.10.2017 10:00 Uhr

Nach Lufthansa-Rückzug: Zuspruch für Kraniche

Das Kranichinformationszentrum in Groß Mohrdorf (Landkreis Vorpommern-Rügen) erhält nach dem Rückzug der Lufthansa Group als Sponsor zum Jahresende große private Unterstützung. Täglich gingen 10 bis 20 Mails von Interessenten ein, die sich als Fördermitglieder registrieren lassen wollten, sagte der Leiter des Zentrums und Geschäftsführer der gemeinnützigen Kranichschutz gGmbH, Günter Nowald. Viele äußerten zudem ihr Unverständnis über die Entscheidung der Lufthansa.

Der Zug der Kraniche - Ein Naturspektakel

"Hoffen, dass das Interesse nicht abebbt"

Nach Angaben Nowalds sind unter den neuen Unterstützern auch rund 20 Lufthansa-Mitarbeiter - vom Bodenpersonal bis zum Piloten. Diese wollen sich nun privat für die Kranichschutzarbeit engagieren, so Nowald. Zudem ist die Anzahl der Einmal-Spender deutlich angestiegen. "Wir hoffen, dass das Interesse nicht abebbt." Um die Lufthansa-Förderung zu kompensieren, benötigt die Kranichschutz GmbH allerdings rund 3.000 neue Fördermitglieder, die mit mindestens 50 Euro pro Jahr die Arbeit unterstützen. Das entspricht einer Summe von 150.000 Euro pro Jahr.

Kranich-Airline stoppt Unterstützung zum Jahresende

Vor zwei Wochen hatte die Lufthansa, die den Kranich als Wappentier führt, angekündigt, sich zum Jahresende aus der Förderung zurückzuziehen. Eine Sprecherin begründete die Entscheidung mit einer strategischen Neuausrichtung des gesellschaftlichen Engagements auf soziale und humanitäre Themenfelder. Erst im vergangenen Jahr, zum 25-jährigen Jubiläum der Zusammenarbeit, hatte Lufthansa noch mit einer Werbeaktion auf einem Airbus auf das Engagement im Kranichschutz verwiesen.

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Nach mehr als 26 Jahren hat sich die Lufthansa als Hauptsponsor des Kranich-Zentrums in Groß Mohrdorf zurückgezogen. Dadurch entsteht im Jahresbudget eine Lücke von 150.000 Euro. Video (01:45 min)

In Nordvorpommern rasten bis zu 120.000 Kraniche

Im Kranichzentrum erforschen Wissenschaftler das Brut- und Rastverhalten der bis zu 1,20 Meter großen Zugvögel. Der Norden Vorpommerns rund um das Kranichinformationszentrum gilt als einer der bedeutendsten Kranichrastplätze in Zentraleuropa. Etwa 120.000 Kraniche legen allherbstlich auf dem Darß, der Insel Rügen und dem nördlichen Festland Vorpommerns einen Zwischenstopp auf ihrem Flug von Nordeuropa zu den Überwinterungsgebieten in Spanien und Frankreich ein. Derzeeit rasten rund 20.000 Tiere in der Region. Der Höhepunkt der Kranichrast verzögere sich in diesem Jahr, weil die Windverhältnisse mit Winden aus Süd bislang ungünstig gewesen seien, hieß es.

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Hier sammeln sich die Kraniche

Zehntausende Kraniche legen auf dem Weg in den Süden jetzt einen Stopp im Norden ein. An ihren Rastplätzen, etwa am Günzer See in Vorpommern, lassen sich die Vögel gut beobachten. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.10.2017 | 08:00 Uhr

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