Stand: 28.07.2015 11:05 Uhr

Muna Löcknitz: Wasser weiterhin kontaminiert

Mit dem Grund- und Oberflächenwasser verlässt laut Verein Arsen seit Jahren das abgesperrte Gelände. (Archivbild)

Die Giftstoffe der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt (Muna) bei Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) breiten sich offenbar im Grundwasser aus. Der Verein "Kulturlandschaft Blankensee" hat Untersuchungsergebnisse des Umweltamtes Vorpommern-Greifswald einsehen können und schlägt Alarm. Mit dem Grund- und Oberflächenwasser verlässt demnach auch seit Jahren Arsen das abgesperrte Gelände. Arsen gilt als krebserregend.

Verein: Gutachten belegt steigende Kontamination

Das Umweltamt Vorpommern-Greifswald lässt in regelmäßigen Abständen von einer Spezialfirma Proben aus Brunnen entnehmen und analysieren, um die Verbreitung der Giftstoffe zu überwachen. Das dazu erstellte Gutachten zeige, dass die Kontamination des Geländes nicht weniger wird, so der Verein. Seit drei Jahren steige der Arsenspiegel an einigen Stellen sogar wieder stark an. Die Gifte breiten sich nach Nordosten in Richtung der Ortschaft Mewegen aus.

Amt richtet weitere Messstellen ein

Auf Empfehlung des Gutachtens hin ist das Umweltamt momentan dabei, mehr Messstellen einzurichten, so ein Sprecher des Amtes. Der Verein "Kulturlandschaft Blankensee" wünscht sich vor allem Entnahmen aus tieferen Grundwasserschichten. Wichtig ist dem Verein auch, dass die Gefährdung der ehemaligen Muna nicht in Vergessenheit gerät und sich die Politik wieder mehr mit dem Thema beschäftigt.

Eine der größten deutschen Kriegsaltlasten

Die Muna gilt als eine der größten deutschen Kriegsaltlasten. Zwischen den Ortschaften Boock und Mewegen bestand bis 1945 eine der größten Heeresmunitionsanstalten des Dritten Reichs mit Kampfstoff-Füllanlagen und einem Vorratslager für etwa 3.000 Tonnen. Dort wurden auch Giftgasgranaten mit Reiz- und Nervenkampfstoffen wie Gelb- und Blaukreuz befüllt. Die sowjetische Armee sprengte die Anstalt schließlich. Zu DDR-Zeiten war das Gelände von der Nationalen Volksarmee (NVA) gesperrt. Die Bundeswehr entnahm 1992 Proben - und stellte Arsen fest. Daraufhin wurden umfassende Sanierungsarbeiten eingeleitet.

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NDR 1 Radio MV | 28.07.2015 | 13:00 Uhr