Stand: 21.01.2016 19:00 Uhr

Mit der Servicestelle schneller zum Facharzt?

Es klingt erst einmal gut: Jeder Kassenpatient soll innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin bekommen. Vermitteln soll den die so genannte Terminservicestelle. Dort sollen Patienten mit einer Überweisung telefonisch einen Facharzttermin bekommen. Die Terminservicestelle für Mecklenburg-Vorpommern sitzt in Schwerin und geht am Montag an den Start.

Warteschlange in einer Praxis

Durch Servicestelle schneller zum Facharzt?

Nordmagazin -

Jeder Kassenpatient soll innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin bekommen. Vermitteln soll den die sogenannte Terminservicestelle. Ende Januar geht es los.

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Neues Gesetz macht es möglich

Die Große Koalition in Berlin hat die Terminservicestellen im Jahr 2015 beschlossen und die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen sie einrichten. In Mecklenburg-Vorpommern wird es deshalb neben den bekannten A- und B-Überweisungen zusätzlich die D-Überweisung geben. Der Hausarzt vergibt künftig D-Überweisung, wenn es kein dringender Fall ist. In diesem Fall muss der Patient selbst nach einem Arzt suchen. Findet er allerdings keinen, hilft die Terminservicestelle weiter. Diese hat dann eine Woche Zeit, innerhalb von vier Wochen einen Termin anzubieten.

Kontakt: Terminservicestelle der KVMV

Telefon: (0385) 74 31 877
Öffnungszeiten: Mo bis Do, 8 bis 12 Uhr

Service mit Einschränkungen

Allerdings kann der behandelnde Arzt nicht frei gewählt werden und auch auf den Termin hat der Patienten keinen Einfluss. Zudem sind die Terminservicestellen nicht bei Vorsorge- oder Routineterminen zuständig. Gelingt es der Servicestelle nicht, innerhalb der vorgegeben Zeit einen Termin anzubieten, dürfen sich die Patienten im Krankenhaus behandeln lassen. Jeder Patient kann sich aber auch weiterhin bei einem Arzt seiner Wahl selbst um einen Termin bemühen.

Service nicht ohne Kritik

Zwar sind die Krankenhäuser befugt, den Kassenärztlichen Vereinigungen die Behandlung in Rechnung zu stellen, dennoch würden zusätzliche Patienten die ohnehin überlasteten Notaufnahmen im Land überfüllen. Genau deshalb kritisieren Krankenhausgesellschaft und Krankenhäuser die Terminservicestellen und das damit verbundene Vorgehen. Auch die Kassenärztliche Vereinigung ist unzufrieden: Ein bisher funktionierendes Überweisungssystem werde durch einen Bürokratieapparat verkompliziert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.01.2016 | 08:00 Uhr

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