Stand: 12.01.2016 17:14 Uhr

Ministerin Hesse will Gesundheitsdienst stärken

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Gesundheitsministerin Hesse will den öffentlichen Gesundheitsdienst mehr in den Fokus rücken: "Wir als Vorsitzland können das Leitthema setzen."

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Birgit Hesse (SPD) will den öffentlichen Gesundheitsdienst stärken. Das werde der Schwerpunkt ihrer Arbeit als Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern sein, sagte Hesse am Dienstag in Schwerin. Seit Beginn des Jahres hat sie turnusmäßig den Vorsitz der Konferenz übernommen.

Vielfältige, wichtige Aufgaben

Zum öffentlichen Gesundheitsdienst gehören die Gesundheitsämter der Kreise und das Landesamt für Gesundheit und Soziales. Aufgaben sind unter anderem die Hygieneüberwachung, die Impfpläne, die Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen bis hin zur medizinischen Betreuung von Flüchtlingen. Deswegen müsse darüber gesprochen werden, wie der öffentliche Gesundheitsdienst gestärkt werden könne, so Hesse.

Geringere Bezahlung, geregelte Arbeitszeiten

Dazu brauche es eventuell mehr Geld, vor allem aber mehr Personal. Der öffentliche Gesundheitsdienst habe erhebliche Probleme, einige der landesweit knapp 200 Stellen zu besetzen, sagte Hesse. Deswegen müsse man das Image dieses Dienstes aufpolieren. Die Vergütung sei geringer als etwa in Krankenhäusern. Einen großen Vorteil habe die Arbeit im öffentlichen Dienst jedoch: geregelte Arbeitszeiten.

Mehr Studenten sollen Hausarzt werden

Auch der Mangel an Allgemeinmedizinern soll Thema auf der Konferenz der Länder sein. Ein Vorschlag hierzu kommt vom Hausärzteverband: Medizinstudenten sollen verpflichtend ein halbes Semester Allgemeinmedizin studieren. Auch über ein Pflichtpraktikum in der Hausarztpraxis werde man nachdenken, so Hesse. Ziel sei es, mehr Studenten dazu zu bewegen, Hausarzt zu werden.

Noch kein Termin für Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Die Gesundheitsminister werden sich Hesse zufolge am 29. und 30. Juni in Rostock-Warnemünde treffen. Mecklenburg-Vorpommern will wie schon andere Bundesländer die Gesundheitskarte für Flüchtlinge einführen. Einen Termin dafür gebe es noch nicht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.01.2016 | 16:30 Uhr