Stand: 24.02.2016 20:45 Uhr

Milchbauern: "So kann es nicht weitergehen!"

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Für viele Milchbauern lohnt sich das Melken kaum mehr.

Rund 200 Landwirte haben mit Agrarpolitikern auf dem neunten Milchbauerntag in Karow im Landkreis Ludwigslust-Parchim über die Milchpreiskrise und mögliche Auswege diskutiert. Knapp ein Jahr nach dem Ende der Milchquote musste bislang ein Zehntel der Milchbauern im Land aufgeben.

Zu viel Milch auf dem Markt

Maximal 26 Cent bekommen Bauern in Mecklenburg-Vorpommern derzeit für das Kilogramm Kuhmilch. Weil sie aber mindestens zehn Cent mehr bräuchten, um kostendeckend zu produzieren, machen die Landwirte seit Monaten Verluste. Der Grund: Zu viel Milch ist auf dem Markt. Das liegt auch am Russland-Embargo und einer geringeren Nachfrage aus China. Und daran, dass Molkereien und Händler die Preise drücken.

Butter, Quark und Käse oft zu billig

Tobias Elsner vom Verband Deutscher Milchviehhalter Mecklenburg-Vorpommern findet, so wie bisher könne es nicht weitergehen. Die Milchmenge müsse der Nachfrage angepasst werden. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hat den Bauern Hilfen zugesichert. Er forderte zudem den Handel und die Molkereien auf, zu unterstützen: Sie dürften Butter, Quark und Käse nicht für weniger Geld anbieten, als die Produktion dafür koste.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.02.2016 | 22:00 Uhr