Stand: 17.07.2017 18:04 Uhr

Merkel: MV als Testfeld für autonomes Fahren

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Kanzlerin Merkel kann sich Mecklenburg-Vorpommern als Testgebiet für autonomes Fahren vorstellen. (Archivbild)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Mecklenburg-Vorpommern als Testgebiet für autonomes Fahren ins Gespräch gebracht. Autonomes Fahren könne auch in ländlichen Regionen getestet werden, sagte Merkel am Montag vor rund 500 Gästen beim Sommerempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock in Stralsund. Diese Testfelder könnten sehr gut in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt werden. Das müsse nicht nur auf der A 9 in Bayern sein.

"Wollen die Gigabit-Gesellschaft"

Die Kanzlerin betonte auch, dass die digitale Infrastruktur weiter ausgebaut werden müsse. Internet-Geschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde seien nur ein Zwischenschritt. "Wir wollen die Gigabit-Gesellschaft, und das nicht nur in der Anbindung des Haushalts oder der Schule und des Gewerbegebietes, sondern das möglichst entlang aller Autobahnen, um dann mit Sensoren autonom fahren zu können." Dafür stünden in den nächsten Jahren riesige Investitionen an. Zudem müssen der 5G-Standard für den Mobilfunk ausgerollt werden. Damit würden auch neue Fördermöglichkeiten entstehen, so die Kanzlerin. "Mecklenburg-Vorpommern kann sich schon einmal vorbereiten auf die nächste Ausschreibungswelle."

Merkel: MV profitiert besonders vom Ausbau

Vom Ausbau der digitalen Infrastruktur profitiere besonders Mecklenburg-Vorpommern. Mehr als 800 Millionen Euro seien dafür bereits vom Bund in den Nordosten geflossen. Merkel sieht mit dem schnellen Internet für die Wirtschaft auch gute Startvoraussetzungen für die Entwicklung neuer Technologien.

IHK-Boss will Robotik-Ministerium

IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen rief die Wirtschaft dazu auf, die Möglichkeiten der digitalen Welt zu nutzen. "Lassen Sie uns zum Land der Roboter und künstlichen Intelligenz werden", sagte Madsen. An Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) appellierte er: "Stellen Sie Ressourcen bereit, machen Sie die neue Technologie zur Chefsache. Bilden Sie ein Ministerium für Robotik und Künstliche Intelligenz." Madsen forderte zuvor in seiner Rede weniger Bürokratie für die Unternehmen. Wo ein neues Gesetzt geschaffen werde, müsse ein anderes wegfallen.

Schwesig: Setze mich auch für Wirtschaft ein

Schwesig betonte, dass die Stärkung der Wirtschaft ein wesentlicher Schwerpunkt ihrer Regierungspolitik sein werde. "Sie müssen sich keine Sorgen machen", sagte die ehemalige Bundesfamilienministerin in Richtung der Wirtschaftsvertreter. Sie werde sich nicht nur für Familien und Soziales, sondern auch für die Wirtschaft einsetzen. "Soziale Verwerfungen sind dort am größten, wo wir wirtschaftlich schwach sind."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.07.2017 | 17:10 Uhr

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