Stand: 20.03.2014 14:38 Uhr

Mehrere Schafe bei Wesenberg totgebissen

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Immer wieder kommt es in Mecklenburg-Vorpommern zu Angriffen von Wölfen auf Schafherden. (Archivbild)

In der Nähe von Wesenberg (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) sind mehrere Schafe gerissen worden. Wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte, ereignete sich der Vorfall in der Nacht zum Mittwoch. Vier der insgesamt 15 Schafe der Herde eines Landwirtes wurden getötet, zwei Schafe verletzt und ein Lamm sei noch verschwunden. Ein großer Hund oder ein Wolf komme als Urheber infrage. Allerdings wiesen die getöteten Schafe Kehlbisse auf, was auf einen Wolf hindeute, hieß es von Experten. Ein Gutachter nahm Proben, deren genetische Untersuchung Gewissheit bringen soll. Die Herde wird jetzt abends in den Stall gebracht.

Zaun hatte Loch

Die Weide sei zwar mit einem alten Maschendrahtzaun geschützt gewesen, dieser soll aber löchrig gewesen sein. Das Ministerium wies darauf hin, dass Schaf- und Ziegenhalter die Schutzmaßnahmen prüfen sollten. Beispielsweise seien mindestens 90 Zentimeter hohe, geschlossene Stromzäune nötig. Vorsorgemaßnahmen seien gemäß der "Förderrichtlinie Wolf" finanzierbar. Ab 3. April 2014 müsse ein Mindestschutz vorliegen, wenn Ausgleichzahlungen nach einer Wolfs-Attacke beantragt würden, hieß es weiter.

Gen-Analysen brachten Aufschluss

Erst Anfang Februar waren in der Nähe von Ludwigslust mehrere Schafe einer Wolfs-Attacke zum Opfer gefallen. Dies war durch eine genetische Analyse bestätigt worden. Auch ein Schafsriss im Sommer 2013 südlich der Göhrener Tannen bei Schwerin konnte durch genetische Analysen nachträglich einem Wolf zugeordnet werden.

Immer wieder Zwischenfälle

Seit dem ersten Auftauchen eines Wolfsrüden im Jahr 2005 bis zum Jahr 2013 gab es 14 Zwischenfälle mit Wölfen. Dabei wurden laut dem Landesumweltamt 86 Tiere getötet und 28 verletzt. Den Schaden von 27.000 Euro hat das Land beglichen.

Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern

Wölfe leben seit 2006 wieder dauerhaft in Mecklenburg-Vorpommern. Einzelne Tiere wurden bislang in vier Regionen im Land beobachtet: in der Lübtheener Heide, Prignitz, Kyritz-Ruppiner Heide und Ueckermünder Heide. Alle Reviere erstrecken sich auch auf angrenzende Bundesländer oder Polen.

2009 wurden insgesamt fünf Wölfe gezählt. Aktuell befinden sich vermutlich aber nur noch drei Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern.

Zwischen 2007 und 2009 wurden im Land insgesamt elf Vorfälle registriert, bei denen möglicherweise ein Wolf Nutztiere gerissen hatte. 2010 wurden keine Schadensfälle gemeldet.

2011 wurden zwei Schadensfälle bekannt. Ende Januar riss vermutlich ein Wolf drei Rentiere, Anfang Februar wurden 15 Tiere einer Schafherde getötet.

Wölfe besiedeln derzeit etwa 4.000 Quadratkilometer Fläche in Deutschland, davon etwa 1.000 Quadratkilometer in Mecklenburg-Vorpommern.

Weitere Wolfsvorkommen sind aus Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Hessen bekannt. In Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurden auch Welpen geboren.

(Quelle: Managementplan für den Wolf in Mecklenburg-Vorpommern)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.03.2014 | 18:40 Uhr