Stand: 17.02.2016 13:19 Uhr

Mehr Schulkinder: Platznot im Klassenraum

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Insbesondere wegen der Flüchtlingskinder wird es an den Schulen im Land eng. (Archivbild)

Jahrelang gingen die Schülerzahlen in Mecklenburg-Vorpommern zurück. Landauf landab wurden Schulen mangels Schülern geschlossen. Nun hat sich die Situation insbesondere in den Städten geändert - wegen steigender Geburtenzahlen, einem stärkeren Zuzug aus den Landkreisen und vor allem wegen der Schulpflicht für Flüchtlingskinder. Auch die Stadt Rostock sucht nach Möglichkeiten, um immer mehr Kinder einschulen zu können. Derzeit werden bis zu 700 zusätzliche Plätze gebraucht. Das Rostocker Schulamt ist dabei, einen neuen Schulentwicklungsplan zu erstellen.

Rostock investiert zwölf Millionen Euro

Die Stadt will deshalb unter anderem Gebäude, die eigentlich abgerissen werden sollten, sanieren. Wie zum Beispiel im Stadtteil Evershagen: In die dortige Plattenbauschule investiert die Stadt nun mehr als fünf Millionen Euro. An anderer Stelle, wie an der Kooperativen Gesamtschule KGS, wird bereits jetzt in provisorischen Containern unterrichtet. Auch hier sollen knapp sieben Millionen Euro investiert werden. Rostock werde weiter wachsen, sagt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Die Linke). Daher seien zusätzliche Investitionen in Schulen dringend notwendig.

Schulcontainer in Schwerin?

In Schwerin sieht es ähnlich wie in Rostock aus, wie ein Sprecher auf Anfrage erklärte. Auch dort fehlen Räumlichkeiten. Deshalb wird in der Landeshauptstadt derzeit über eine Schulcontainer-Lösung nachgedacht. Es wird mit über 700 Einschulungen von Flüchtlingskindern gerechnet. Solche Probleme hat der Landkreis Vorpommern-Greifswald derzeit noch nicht - abgesehen von Löcknitz. Der Schulcampus dort ist komplett überfüllt. Die Schüler werden jetzt in den ländlichen Schulen untergebracht. Der Landkreis Vorpommern-Rügen meldet ebenfalls Schwierigkeiten. Allein dort sind 1.200 schulpflichtige Kinder angekommen. Investieren ist aber derzeit dort noch kein Thema. Die Mecklenburgische Seenplatte ist gut aufgestellt. Dort gibt es noch ausreichend Kapazitäten.

Langfristige Planungen schwierig

Auch an den Beruflichen Schulen im Land wird es allmählich eng. In Parchim beispielsweise lernen 190 ausländische Jugendliche im Berufsvorbereitungsjahr Deutsch. Für das nächste Jahr sind bereits 154 Schüler angekündigt. Dort ist der Kreis gegenwärtig dabei, zusätzliche Räumlichkeiten zu suchen. In Neubrandenburg glaubt man sich dagegen vorbereitet. Erst Anfang des Jahres wurde der Schulcampus in Betrieb genommen. Exakt zu planen, ist für die Schulträger aber schwerig. Denn viele Flüchtlinge verlassen die Region wieder, nachdem sie einen Aufenthaltsstatus haben. Investitionen wollen daher gut überlegt sein, hieß es vom Kreis Ludwigslust-Parchim.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.02.2016 | 12:00 Uhr