Stand: 24.03.2017 16:14 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Außenhandel schrumpft

Die Ausfuhren von Firmen aus MV sind 2016 zurückgegangen.

Mecklenburg-Vorpommerns Außenhandel ist im Jahr 2016 leicht zurückgegangen. Nach Angaben der für Außenwirtschaft zuständigen Staatskanzlei in Schwerin gibt es damit nach vier Jahren beständigen Wachstums erstmals einen Rückschlag. Der Warenaustausch 2016 ging demnach gegenüber dem Rekordjahr 2015 um sechs Prozent zurück, das Ergebnis bleibe mit einem Volumen von 12,6 Milliarden Euro aber das zweitbeste des Bundeslandes. Während die Importe im Wert von 5,4 Milliarden Euro auf dem Vorjahresniveau blieben, ging der Rückgang allein auf sinkende Exporte zurück. Statt Waren im Wert von 8 Milliarden wurden nur noch Güter für 7,2 Milliarden Euro ins Ausland geschafft.

Sellering: MV-Wirtschaft ist internationaler aufgestellt

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zeigte sich zufrieden. Mecklenburg-Vorpommern sei inzwischen deutlich internationaler aufgestellt als noch vor zehn Jahren, so Sellering. Seit 2006 hat sich das Exportvolumen etwa verdoppelt. Sellering hofft auf wieder steigende Ausfuhren. "Unsere Wirtschaft hat weiter gute Chancen auf internationalen Märkten. Es ist natürlich vor allem Aufgabe der Unternehmen, diese Chancen zu nutzen", sagte er, sicherte jedoch die Unterstützung der Landesregierung dabei zu. Laut Staatskanzlei dominierten bei den Einfuhren Mineralölerzeugnisse, Pappe und Papier. Ausgeführt wurden demnach vor allem Weizen, Windräder sowie Eisen-, Blech- und Metallwaren.

Niederlande wichtigster Handelspartner

Die wichtigsten Handelspartner sind weiterhin die Niederlande, in die Waren im Wert von 780 Millionen Euro gingen. Es folgen Polen, Dänemark, Finnland und Russland. Sellering plant im September erneut eine Reise mit einer Wirtschaftsdelegation nach Russland. Der Ministerpräsident hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Aufhebung der Russland-Sanktionen ausgesprochen.

Im Bundesvergleich nur ein Zwerg

Im Bundesvergleich ist Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich jedoch nur von geringer Bedeutung. Der Nordosten trug 2015 gerade einmal 0,6 Prozent zu den deutschen Warenausfuhren bei. Diese lagen 2016 auf einem Rekordniveau von 1,21 Billionen Euro. In den Anfangsjahren hatte der Schiffbau im Nordosten die Ausfuhren maßgeblich bestimmt. Mittlerweile zählen die Ernährungsgüterwirtschaft, der Maschinenbau, die Holzverarbeitung und die Ökostrom-Branche mit zu den Zugpferden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.03.2017 | 14:00 Uhr

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