Stand: 07.01.2016 12:48 Uhr

Malchow: Drei Tage Kampf gegen die Flammen

Bild vergrößern
Die Kälte machte nicht nur den Einsatzkräften, sondern auch dem Material zu schaffen. Bei minus 10 Grad gefroren mehrere Schläuche.

Seit Sonntagmittag kämpften insgesamt 470 Einsatzkräfte gegen den Brand auf dem Recyclinghof in Malchow. Drei Tage lang dauerte der Einsatz der insgesamt 32 Freiwilligen Feuerwehren; es war der größte seit Jahrzehnten. Seit Mittwochabend gilt der Brand offiziell als gelöscht. Nun wird klar: Der Einsatz hat erhebliche Schäden am Material der Feuerwehren verursacht.

Zwei Kilometer Schläuche ruiniert

Wie der Einsatzleiter Heiko Delph von der Malchower Wehr am Donnerstag sagte, seien mindestens zwei Kilometer Schläuche durch den Frost ruiniert. Dazu kämen kaputte Spritzen, Strahlrohre und Pumpen. Die Schläuche könnten auch noch nicht vom Gelände geräumt werden. Sie seien am Boden festgefroren. Darüber hinaus musste der Einsatzleiter nach eigenen Angaben für zehn Kollegen neue Einsatzkleidung bestellen. Die alte war seinen Angaben zufolge so sehr vom Löschwasser und den entstandenen Gasen kontaminiert, dass sie unbenutzbar geworden ist.

Großbrand in Malchow auf einem Recyclingbetrieb

Recyclinghof ohne ausreichende Löschwasser-Versorgung

Ein großes Problem vor Ort war nach Angaben der Feuerwehr die Wasserversorgung. Auf dem Firmengelände gibt es zwar einen Hydranten, das Wasser reichte aber nicht aus, um den Brand zu löschen. Firmenchef Olaf Ziems kündigte nach dem Einsatz an, so schnell wie möglich einen Löschwasserbrunnen bohren lassen.

Stadtwerke übernehmen die Wasserrechnung

Die Brandursache ist noch unklar. Die Polizei ermittelt. Sollte sich herausstellen, dass das Feuer nicht vorsätzlich gelegt wurde, muss die Stadt Malchow die Kosten für den Einsatz tragen. Wie hoch die sein werden, ließe sich noch nicht beziffern, sagte Bürgermeister René Putzar (FDP). Technik, Verdienstausfall der ehrenamtlichen Rettungskräfte, die Versorgung der Helfer - all das müsse bezahlt werden. Zumindest die Wasserrechnung bleibt ihm offenbar erspart. Die Stadtwerke haben Putzar zufolge angekündigt, keine zu schreiben.

Weitere Informationen

Feuer unter Kontrolle - Brandstiftung in Malchow?

Wer oder was löste den Brand bei der Recyclingfirma in Malchow aus? Hohe Minustemperaturen hatten der Feuerwehr beim Löschen zu schaffen gemacht - die Schläuche froren ein. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.01.2016 | 12:00 Uhr