Stand: 25.04.2017 07:00 Uhr

"Lotto-Fee" in MV wehrt sich gegen Job-Aus

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Das Finanzministerium sucht per Stellenanzeige schon für Mitte Juli nach einem Nachfolger.

Vielen in Mecklenburg-Vorpommern gilt sie als "Glücksfee", die auch mal Millionen-Gewinne vorbeibringt. Aktuell aber hat die Geschäftsführerin der landeseigenen Lotto-Gesellschaft, Barbara Becker, keinen Grund zur Freude. Sie fühlt sich von ihrem Arbeitgeber, dem Schweriner Finanzministerium, in eigener Sache übergangen. Der Grund ist die von Minister Mathias Brodkorb (SPD) geplante Neu-Besetzung ihrer Chefposition. Das Ministerium sucht per Stellenanzeige nach einem Nachfolger schon zum 16. Juli.

Das Aus nach 25 Jahren kam am Telefon

Die Lotto-Chefin fühlt sich kurz vor dem Ende ihrer Laufbahn vor den Kopf gestoßen. Sie leitet die landeseigene Lotto-Gesellschaft seit 25 Jahren. Zwei Jahre vor dem Renteneintritt soll sie mit 63 Jahren Mitte Juli ihren Posten räumen. Dabei sehe ihr Vertrag ausdrücklich die Möglichkeit einer Verlängerung vor, darauf habe sie im guten Glauben auch gesetzt, sagt die gebürtige Stralsunderin. Jetzt, so Becker, werde ihr einfach der Stuhl für die Tür gestellt, obwohl es nie Kritik an ihrer Arbeit gegeben habe. Ihr sei am Telefon lapidar mitgeteilt worden, dass von der Möglichkeit einer Vertragsverlängerung kein Gebrauch gemacht werde.

Becker will sich auf ihre eigene Stelle bewerben

Gespräche im Finanzministerium über ihre berufliche Zukunft seien ihr verweigert worden. "Ich will nicht klagen und als Opfer dastehen, aber der Umgang mit mir ist nicht in Ordnung." Sie sei nicht bereit, mit Abschlägen in den Ruhestand zu gehen. Deshalb werde sie sich auf die Stellenanzeige bewerben. Sie habe Minister Brodkorb schon um ein Arbeitszeugnis gebeten. Das Ministerium erklärte auf Anfrage, Personalangelegenheiten würden nicht kommentiert. Ein Sprecher sagte jedoch, bei hochdotierten Geschäftsführer-Positionen sei es nicht unüblich, nach 25 Jahren eine Stelle neu auszuschreiben. "Selbstverständlich hat Frau Becker die Möglichkeit, ihre herausragende Eignung im Bewerbungsverfahren unter Beweis zu stellen."

Staatliche Lotterie bringt Geld für die Sportförderung

Die Verwaltungsgesellschaft Lotto und Toto in Mecklenburg-Vorpommern wickelt den staatlichen Lotteriebetrieb im Nordosten ab. Die Zentrale in Rostock beschäftigt 60 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr zahlte die Gesellschaft Steuern in Höhe von 19 Millionen Euro. Gleichzeitig führte "Lotto MV" Zweckbeiträge von 23 Millionen Euro ab: Geld, mit dem unter anderem der Sport gefördert wird. Aufsichtsratsvorsitzender ist der Staatssekretär im Finanzministerium, Peter Bäumer (parteilos).

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.04.2017 | 07:00 Uhr

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