Stand: 18.03.2017 14:50 Uhr

Linke: Bartsch zum Spitzenkandidaten gekürt

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Nur mit der Abwahl der großen Koalition könne der soziale Zusammenhalt in Deutschland wieder hergestellt werden und das große Projekt Europa nicht scheitern, erklärte Bartsch in Gägelow.

Bei der Landesvertreterversammlung der Linken in Gägelow bei Wismar (Landkreis Nordwestmecklenburg) ist Dietmar Bartsch von seinen Parteigenossen auf Platz eins der Landesliste für die kommende Bundestagswahl gewählt worden. Die 117 Delegierten stimmten mit 93,2 Prozent für ihn. Bartsch tritt auch in der Hansestadt Rostock als Direktkandidat an und geht, gemeinsam mit Sahra Wagenknecht, als Spitzenkandidat bei der kommenden Bundestagswahl für die Linken ins Rennen.

Außenpolitischer Rundumschlag zum Auftakt

Bartsch hatte in in einem außenpolitischen Rundumschlag zuvor davon gesprochen, dass die Welt aus den Fugen geraten sei. Die Wahl Donald Trumps bedeute eine "schlimme Zeitenwende", so Bartsch. Es gebe derzeit 200 bewaffnete Konflikte auf der Welt und Deutschland sei bei den Kriegen der Welt auch durch Waffenexporte dabei, erklärte Bartsch. Er sei stolz, dass seine Partei bisher jeden Kriegseinsatz abgelehnt habe.

Stärke der Rechten sei Schwäche der Linken

In seiner Rede schlägt Bartsch auch selbstkritische Töne an: "Wir müssen eben auch realisieren, dass die Stärke der Rechten immer auch eine Schwäche der Linken ist", hieß es. Die Linke sei, wenn man einmal die Welt betrachte, in keiner besonders guten Situation. Innenpolitisch sind es bekannte Töne, die Bartsch anstimmt: Es geht um den Sozialstaat, um die Sozialpolitik und um mehr Gerechtigkeit.

Ministerium für Belange Ostdeutschlands

Er spracht sich klar für einen Politikwechsel in Deutschland und für eine Regierungsverantwortung seiner Partei aus. Nur mit der Abwahl der Großen Koalition könne der soziale Zusammenhalt in Deutschland wieder hergestellt werden und nur so werde das große Projekt Europa nicht scheitern, erklärte er. Innenpolitisch habe die große Koalition keine großen Reformprojekte angestoßen, es müsse mehr für den sozialen Ausgleich getan werden, schwor Bartsch die Delegierten auf den Wahlkampf ein. Er fordert im Falle einer Regierungsbeteiligung ein eigenes Ministerium für die Belange Ostdeutschlands.

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Heidrun Bluhm konnte sich bei der Wahl zum Listenplatz zwei gegen Kerstin Kassner durchsetzen.
Heidrun Bluhm auf Listenplatz zwei

Im Kampf um den Listenplatz zwei konnte sich die Landesvorsitzende Bluhm mit fast 57 Prozent der Stimmen durchsetzen. Streitig machen wollte ihr diese Position Kerstin Kassner, die ehemalige Landrätin von Rügen. Diese sitzt seit 2013 für die Linke im Bundestag und wurde vom zuständigen Ausschuss für Platz drei der Liste aufgestellt. Kassner schien die Sorge umzutreiben, dieser Listenplatz könnte für den Einzug in den Bundestag nicht mehr reichen. Kassner erhielt anschließend auf Platz drei rund 73 Prozent.

Bei der vergangenen erhielt Bundestagswahl erhielt die Linke bundesweit 8,6 Prozent der Stimmen. In Mecklenburg-Vorpommern erreichte sie 21,5 Prozent.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.03.2017 | 15:00 Uhr

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