Stand: 25.01.2016 07:00 Uhr

Linke beklagt hohe Unfallzahlen an Schulen

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Linken-Bildungsexpertin Simone Oldenburg findet es erschreckend, dass das Ministerium die Unfallursachen nicht erhebt.

Fast jeder sechste Schüler in Mecklenburg-Vorpommern musste im vergangenen Schuljahr wegen eines Unfalls in der Schule ärztlich behandelt werden. Die öffentlichen Schulen meldeten insgesamt 20.000 Fälle an die Unfallkasse des Landes. Vor allem Grund- und Regionalschulen sind betroffen, hier passieren die meisten Schulunfälle: Zum Beispiel im Sportunterricht oder auf dem Pausenhof. Zu den gut 20.000 Unfällen in der Schule kommen noch einmal 1.400 sogenannte Wege-Unfälle dazu - also Unfälle auf dem Weg zur Schule und von dort zurück.

Ursachen werde nicht auf den Grund gegangen

Die Zahl sei "erschreckend hoch", sagte die Bildungsexpertin der Linksfraktion, Simone Oldenburg. Sie beruft sich auf eine Antwort auf eine Kleine Anfrage an die Landesregierung. Erschreckend sei auch, dass die Regierung nichts über die Ursachen sagen könne. "Es tut sich nichts", sagte Oldenburg. Man nehme die Zahlen einfach zur Kenntnis und gehe den Ursachen - beispielsweise alte, unsichere Sportgeräte - nicht auf den Grund. Stattdessen würden die Beiträge, die die Schulen an die Unfallkasse zu leisten hätten, erhöht.

Das Sozialministerium teilte in der Antwort auf die Anfrage mit, die Ursachen der Unfälle würden nicht erhoben. Auch der Datenbestand der Unfallkasse lasse keine Rückschlüsse auf die Unfallursachen zu. Die Unfallkasse bietet regelmäßig Seminare zur Gefahrenvermeidung an Schulen.

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NDR 1 Radio MV | 25.01.2016 | 07:00 Uhr