Stand: 12.02.2016 11:48 Uhr

Landwirte loben Tierhaltungsmethoden in MV

Bild vergrößern
"Revolutionäre Verbesserungen" zum Wohle der Tiere: Auf der ersten Tagung zum Tierwohl in MV sahen die Landwirte viele Fortschritte.

Landwirte, Wissenschaftler und Vertreter von Agrarverbänden haben sich am Freitag bei der 1. Tierwohl-Konferenz in Güstrow darüber ausgetauscht, wie die Haltungsbedingungen weiter verbessern werden können. Umwelt- und Tierschutzverbände hatten wiederholt kritisiert, dass vor allem Kühe zu wenig Platz in den so genannten Megaställen haben.

Landgesellschaft: Diskussion nicht den Tierschützern überlassen

Jürgen Baier von dem gemeinnützigen Siedlungsunternehmen Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH bezeichnete die jüngsten Verbesserungen in den Ställen zugunsten des Tierwohls vor 350 Teilnehmern als revolutionär. Gastredner Matthias Gauly von der Universität Bozen riet den Landwirten, die Diskussion nicht den Tierschützern und Umweltverbänden zu überlassen.

"Kühe mögen es kalt"

Als Beispiel für die Unwissenheit der Verbraucher diente den Teilnehmern die Kritik an offenen Ställen im Land. Die Kühe stünden im Winter nicht gesund, sei eine weit verbreitete Verbrauchermeinung, hieß es. Dem widersprach die Leiterin des Instituts für Tierproduktion der Landesforschungsanstalt, Anke Römer, in Güstrow: Kühe hätten eine Wohlfühl-Temperatur von 0 bis 10 Grad, so die Forscherin. Darüber hinaus könnten Kühe wesentlich länger als bisher auf der Weide bleiben, wenn dort Wetterdächer gespannt würden.

Backhaus: Kritik ist politisch, nicht fachlich motiviert

Agrarminister Till Backhaus (SPD) bezeichnete die Vorwürfe gegen Megaställe als politisch und nicht fachlich motiviert. Die Landwirte sollten den direkten Dialog mit den Verbrauchern suchen, so Backhaus weiter. Ab diesem Jahr fördere das Land zudem auch wieder den Weideaustrieb im Sommer. Laut Backhaus dringt Mecklenburg-Vorpommern im Verbund mit den anderen Nordländern auf die Einführung bundesweit einheitlicher Kriterien für eine bessere Tierhaltung. Jedoch forderte er die Verbraucher zu mehr finanziellem Einsatz auf. Man müsse schon bereit sein, für qualitätsvolle Lebensmittel mehr Geld auszugeben. Ansonsten werde das bessere Tierwohl im Keim erstickt, mahnte Backhaus.

Umwelt- und Tierschützer kritisieren Haltungsmethoden

Umwelt- und Tierschutz-Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben in der Vergangenheit immer wieder die Tierhaltungsmethoden im Land kritisiert. Die Grünen im Landtag hatten das Thema mehrfach auf die Tagesordnung gesetzt. Sie fordern unter anderem Tierobergrenzen für Zucht- und Mastanlagen, fanden dafür bislang aber keine Mehrheit im Parlament.

Weitere Informationen

Hähnchenmast in Gallin wird nicht gebaut

Eine geplante Hähnchenmastanlage in Gallin wird nun doch nicht gebaut. Der Investor verwarf seine Pläne. Erst kürzlich hatte ein anderer Investor von einem Milchviehprojekt abgesehen. mehr

Pläne für Mega-Milchviehprojekt sind vom Tisch

Tausende Milchkühe sollten in einer geplanten Anlage im Naturpark Sternberger Seenlandschaft leben. Nun wird das Vorhaben beerdigt, man wolle "in Frieden leben", erklärt die Unternehmerin. mehr

Schweinemastanlage: Bürger-Protest hat Erfolg

Die geplante Schweinemastanlage in Dargelütz bei Parchim wird nicht gebaut. Der niederländische Investor fordert deswegen nun 650.000 Euro Schadenersatz von der Stadt. mehr