Stand: 03.02.2016 13:44 Uhr

Land stockt Flüchtlingsamt personell auf

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Innenminister Caffier will die Bundesländer bei der Begrenzung des Andrangs nach Deutschland stärker in die Pflicht nehmen. (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommern schaltet bei der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen wieder in den Normalmodus zurück. Die Ende September als Reaktion auf den rapide gestiegenen Andrang beim Innenministerium eingerichtete "Besondere Aufbauorganisation Flüchtlinge" stellt ihre Tätigkeit ein. Die Aufgaben übernehme nun das neu geschaffene Amt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten, erklärte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Mittwoch in Schwerin.

Neue Stellen und Aushilfskräfte

Neben den bisher mit Flüchtlingsfragen betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden 29 Stellen zusätzlich geschaffen, zudem können 38 Aushilfskräfte eingestellt werden. Die Arbeitsplätze sind verteilt auf die Standorte Schwerin, die Erstaufnahmeeinrichtung Nostorf/Horst mit ihrer Außenstelle in Stern-Buchholz sowie die Wohnaußenstellen Basepohl und Fünfeichen.

Bundesweit kürzeste Wartezeit

Das Land habe im Herbst schnell reagieren müssen, weil die Strukturen für 1.000 Flüchtlinge im Jahr und nicht für 1.000 an einem Wochenende ausgelegt waren, so Caffier. Mit Hilfe der Sonderarbeitsgruppe seien rasch die Aufnahmekapazitäten erhöht und die Verfahren beschleunigt worden. Inzwischen hat Mecklenburg-Vorpommern sogar die kürzesten Registrierungszeiten für Flüchtlinge bundesweit. Es dauert nur vier Tage von der Ankunft bis zum Asylantrag.

Weiterhin kommen viele Menschen ins Land

Von Normalität will der Innenminister trotzdem nicht sprechen. Denn allein im kalten Januar wurden 1.896 Menschen registriert: Auf das Jahr hochgerechnet ergebe das mindestens die gleiche Zahl wie im vergangenen Jahr. "Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass möglicherweise im Sommer wieder ein stärkerer Zustrom ist, wissen wir alle, vor welchen Herausforderungen wir stehen", sagte Caffier.

Bundesländer sollen Flüchtlingslager unterstützen

Man müsse sich deswegen etwas Neues einfallen lassen, mahnte Caffier und schlug vor, dass jedes Bundesland die Patenschaft für ein Flüchtlingslager im Nahen Osten oder in der Türkei übernimmt. Dadurch könnte die Situation der Menschen vor Ort verbessert und der Druck reduziert werden, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Die Debatte über Obergrenzen helfe nicht. Es müsse etwas für die Menschen vor Ort getan werden, so der Minister.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.02.2016 | 13:00 Uhr