Stand: 22.02.2016 15:36 Uhr

Kutter aus Rostock startet zur Flüchtlingsrettung

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Alt, aber sehr solide: Die frühere "Sternhai" ist vor fast 60 Jahren in Boizenburg gebaut worden.

In Rostock ist am Montag ein ehemaliger Fischkutter zur Flüchtlingshilfe im Mittelmeer gestartet. Vor ihrer Abreise wurde die "Sea Eye" im Rostocker Stadthafen getauft. Der 24 Meter lange Hochseekutter gehört dem Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer. In der vergangenen Woche wurde der grüne Kutter auf einer Rostocker Werft für die Seenotrettung umgebaut. Der Laderaum ist gefüllt mit rund 700 Schwimmwesten und Rettungsinseln für 400 Menschen sowie Wasser und Nahrung. Ein Rettungsboot mit Außenbordmotor und eine Satellitenstation gehören ebenfalls zur Ausrüstung.

Unterstützung bis zum Eintreffen von Seenotrettern

Von März an soll die "Sea Eye" im Mittelmeer zwischen der Küste Libyens und Sizilien kreuzen. Entdeckt die Besatzung dann ein in Not geratenes Flüchtlingsschiff, wird ein Notruf abgesetzt. Bis zum Eintreffen der Küstenwache versuchen die freiwilligen Helfer das Überleben der Menschen zu sichern. Nur im Notfall wollen sie die Flüchtlinge auf dem Kutter aufnehmen. Der Einsatz ist zunächst für fünfeinhalb Monate geplant.

Noch freiwillige Helfer gesucht

Das Entsetzen über die Lage der Flüchtlinge habe ihn zum Handeln gedrängt, sagte Buschheuer. Der Einsatz ist zunächst für fünfeinhalb Monate geplant. Nach jeweils etwa zehn Tagen auf See soll die Besatzung ausgetauscht werden. Derzeit gebe es rund 90 Bewerbungen von Freiwilligen. "Es dürfen noch mal so viel werden, um das ganze Jahr sauber abdecken zu können", sagte Buschheuer. Auch die Finanzierung stehe noch nicht endgültig. Es gebe noch einen Bedarf von rund 250 000 Euro. Derzeit sind mehrere private Rettungsschiffe im Mittelmeer unterwegs. Neben zwei Schiffen der privaten Flüchtlingshilfe-Initiative "Sea Watch" war vor einigen Tagen die "Aquarius" des Vereins "SOS Méditerranée" von Sassnitz aus Richtung Mittelmeer gestartet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.02.2016 | 08:00 Uhr

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