Stand: 29.02.2016 09:42 Uhr

Kritik an German-Pellets-Chef nimmt zu

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Laut Handelsblatt schuldet Firmenchef Leibold seinem Unternehmen mehrere Millionen Euro, während dort die Kassen leer sein. (Archivbild)

Die Kritik am Firmenchef der insolventen Wismarer Holzverarbeitungsfirma German Pellets, Peter Leibold, nimmt an Heftigkeit zu. Laut "Handelsblatt" soll sich die Familie kurz vor der Insolvenz einen millionenschweren Privatkredit vom Unternehmen genehmigt haben.

Leere Firmenkasse, teuere Flüge

4,5 Millionen Euro soll sich Leibold geliehen haben. Der Privatkredit tauchte im letzten Halbjahresbericht auf. In der Firmenkasse sollen dagegen zum Schluss nur noch 5.000 Euro gewesen sein. Für Unmut in der Branche sorgen auch die Privatflüge von Firmenchef Leibold. Allein in der vergangenen Woche soll er mit seinem Privatjet für rund 25.000 Euro nach Österreich, Italien und Belgien geflogen sein.

Einziger Kontrolleur offenbar nicht unabhängig

Nach Informationen des "Handelsblatts" wird das Flugzeug von einer Firma namens "German Pellets Wings GmbH" betrieben, die laut Handelsregister Leibold gehört. Als Ansprechpartner ist demnach ein Wirtschaftsprüfer angegeben, der seit Jahren für German Pellets tätig ist. Weil er auch Vorstand einer Stiftung des Firmengeflechts ist, stellen Experten seine Unabhängigkeit infrage. Peter Leibold habe ohne echte Kontrolle "wie ein Patriarch" walten können.

Tausende Anleger sorgen sich um ihr Geld

Noch im Januar kaufte der Geschäftsführer ein Kohlekraftwerk in Belgien und kündigte dort laut Handelsblatt erst in der vergangenen Woche Investitionen in Millionenhöhe an. German Pellets hat mehr als 220 Millionen Euro Schulden, mehr als 12.000 Gläubiger bangen um ihr Geld. Die Insolvenzverwaltung hat ein Info-Portal für die betroffenen Anleger eingerichtet. Besitzer von Schuldverschreibungen können sich dort registrieren.

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NDR 1 Radio MV | 29.02.2016 | 07:30 Uhr