Stand: 20.04.2017 15:48 Uhr

Kampagne für Nachwuchs: Justiz sucht Fachkräfte

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"Da ganz Deutschland auf Nachwuchssuche ist, müssen wir besser sein als andere Bundesländer", sagte Justizministerin Hoffmeister.

Die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern hat ein Fachkräfteproblem. Den Anwälten fehlt Nachwuchs - und in den kommenden zehn Jahren wird die Hälfte aller Richter und Staatsanwälte in den Ruhestand gehen. Um Engpässe zu vermeiden, werben Landesjustizministerium und die Anwälte nun gemeinsam um Nachwuchs. Das haben Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) und Kammervertreter auf ihrer Jahrestagung am Donnerstag in Waren verabredet.

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Ministerium und Kammer arbeiten enger zusammen

Neue Konzepte müssten her, um mehr Rechtsanwaltsgehilfen und angehende Richter in den Nordosten zu holen. Ideen gebe es bereits, so Justizministerin Hoffmeister. Sie kündigte unter anderem eine engere Zusammenarbeit mit der Anwaltskammer an. Auf deren Internetseite sollen beispielsweise alle Kanzleien aufgelistet werden, die Justiz-Referendare ausbilden. Das Referendariat sei bereits attraktiver gemacht worden, indem die Bezüge auf 1.100 Euro erhöht wurden, so die Ministerin.

Drei Bewerbungen auf 60 Ausbildungsplätze

Die Anwaltskammer beklagt zudem, dass es zu wenig Auszubildende für die juristischen Berufen gebe. Für 60 Ausbildungsplätze als Fachangestellte gebe es bisher nur drei Bewerbungen. Damit sei auch die Zukunft der Berufsschulen für Rechtsanwaltsfachangestellte in Schwerin, Rostock und Greifswald gefährdet, hieß es. Die Kammer appelliert an die Anwaltskanzleien, die Lehrlingsentgelte zu erhöhen. Derzeit sind es etwa 400 Euro im Monat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.04.2017 | 16:00 Uhr

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