Stand: 14.02.2017 16:49 Uhr

Junge Arbeitnehmer im Nordosten oft krank

In Mecklenburg-Vorpommern melden sich junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren deutlich häufiger krank als der Durchschnitt der Versicherten. Das ist das Ergebnis eine Studie der Barmer-Ersatzkasse, die am Dienstag in Schwerin vorgestellt wurde. Im "Gesundheitsreport 2016" heißt es, die Krankmeldungen bei jungen Leuten lägen um fast die Hälfte über dem Mittelwert. Dafür fehlen sie insgesamt weniger Tage krankheitsbedingt: Junge Versicherte bleiben 16 Tage pro Jahr Zuhause, der Durchschnitt für alle Versicherten liegt bei 21 Tagen.

Häufig Rückenbeschwerden und psychische Probleme

Einige Krankheitsbilder der jungen Menschen, die im Bericht unter dem Begriff "Generation Z" (Jahrgänge von ca. 1995 - 2010) zusammengefasst sind, bezeichnet der Barmer-Landesgeschäftsführer Henning Kutzbach als besorgniserregend: "Das Erstaunliche dabei ist, dass sie gar nicht so gesund sind, wie wir gedacht haben", so Kutzbach. Demnach sind zunehmend auch junge Leute von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems betroffen. Jeder Dritte klage über Beschwerden. Bei rund einem Viertel der Befragten wurden auch psychische Krankheitssymptome diagnostiziert. Häufig seien das somatoforme Störungen, das heißt körperliche Beschwerden, die keine organischen Ursache haben.

Barmer will bei Unternehmen werben

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Der Gesundheitsreport MV 2016

Der Barmer-Gesundheitsreport "Junge Menschen am Start ihres Berufslebens" zeigt, dass junge Arbeitnehmer im Nordosten häufiger krank sind als der Durchschnitt. extern

Die Ergebnisse zeigen nach Ansicht der Barmer, dass Handlungsbedarf bestehe: "Wir wollen Unternehmen dafür gewinnen, ihre Vorsorgeangebote auch auf jüngere Mitarbeiter auszuweiten." 80 Prozent der Firmen hätten keine Angebote für ihre jungen Kollegen, so Kutzbach. Außerdem solle bei dieser Altersgruppe für eine gesundheitsbewusste Lebensweise mit viel Bewegung geworben werden. Eine erste Veranstaltung dazu sei für Neubrandenburg geplant.

"Generation Z" will Beruf und Privates trennen

Für Christian Scholz von der Universität des Saarlandes ist die "Generation Z" zudem eine Herausforderung für Unternehmen. Er hat als Betriebswirt eine Studie über die jungen Arbeitnehmer erstellt. Die wachsenden psychischen Belastungen im Beruf führen nach seiner Einschätzung auch zu anderen Arbeitseinstellungen. Die jungen Menschen reagierten sehr sensibel darauf, dass sich das Arbeitsleben in das Privatleben ausdehne. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit durch Home-Office nachts und am Wochenende von Zuhause aus zu arbeiten, lehnen sie ab: "Die Generation Z versucht das krank machende Hamsterrad zu vermeiden", sagte Scholz.

Weitere Informationen

Studie: Alleinerziehende sind öfter krank

Eine aktuelle Studie des Rostocker Max-Planck-Instituts für demografische Forschung zeigt: Alleinerziehende sind häufiger krank als Eltern in einer Partnerschaft. (22.12.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.02.2017 | 16:10 Uhr

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