Stand: 10.03.2016 15:53 Uhr

Inklusion: 237 neue Lehrer bis 2020

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Für die Inklusion körperbehinderter Schüler sollen in MV 237 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen werden. (Archivbild)

Die Pläne für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schüler in Mecklenburg-Vorpommern kommen voran. Spätestens 2020 sollen 237 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen sein, um die sogenannte Inklusion umzusetzen. Darauf hat sich Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) mit den Schulexperten von SPD, CDU und Linksfraktion geeinigt. Die zusätzlichen Stellen würden mit rund 18 Millionen Euro sollen pro Jahr zu Buche schlagen. Inklusion sei aber keine Fragen des Geldes, sondern des Herzens, sagte Brodkorb am Donnertsag im Landtag in Schwerin. Sie könne nur funktionieren, wenn alle Beteiligten dazu bereit seien.

Sonder-Klassen an rund 20 Regional- und Gesamtschulen

Die rund 40 Förderschulen sollen nicht sofort und komplett aufgelöst werden. Für benachteiligte Schüler müsse es weiterhin einen geschützten Bereich geben. An rund 20 Regional- und Gesamtschulen sind laut dem Konzept Extra-Klassen für auffällige Schüler mit Lernschwierigkeiten geplant. Diese sollen mit Nichtbehinderten unter einem Dach unterrichtet werden und können bei entsprechender Leistung in den Regel-Unterricht einsteigen. 28 Standorte - darunter auch Gymnasien - sollen barrierefrei gemacht werden, um Körperbehinderte zu unterrichten. Besondere Förderzentren wie in Neukloster oder Güstrow bleiben erhalten. Gymnasien erhalten 30 Lehrerstellen extra für die Förderung von Begabten.

Kritik von Grünen und GEW

Die Grünen bezeichneten die Pläne als Mogelpackung. Die zusätzlichen Inklsuionsstellen würden nicht ausreichen. Kritik kam auch von der Lehrergewerkschaft GEW. Die Strategie sei ein Konzept für Kinder in Sonderschulen, die künftig in eine Regelschule gehen und dort ab einem bestimmten Schweregrad in gesonderten Klassen unterrichtet werden sollen, sagte die GEW-Landesvorsitzende, Annett Lindner. Dies sei nicht mit der UN-Behindertenrechtskonvention vereinbar und entspreche nicht dem aktuellen Forschungsstand. Minister Brodkorb will das Konzept am Sonnabend bei einem Kongress mit rund 400 Lehrern in Wismar diskutieren. Bis zum Sommer soll der Landtag einen Beschluss fassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.03.2016 | 15:00 Uhr