Stand: 17.03.2016 15:45 Uhr

Bau von Offshore-Windpark "Wikinger" gestartet

Er soll Strom für rund 350.000 Haushalte liefern: Am Donnerstag hat im Fährhafen Sassnitz offiziell der Bau des Offshore-Windparks "Wikinger" begonnen. Der Projektleiter des spanischen Energiekonzerns Iberdrola, Tanis Rey-Baltar, und Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) gaben am Mittag das Startsignal für den Bau des Parks rund 30 Kilometer nordöstlich von Rügen. Die 70 Turbinen des Windparks sollen ab 2017 350 Megawatt Leistung bringen. Das Projekt hat nach Iberdrola-Angaben eine Gesamtinvestitionssumme von 1,4 Milliarden Euro. "Mit diesem Projekt sind wir Teil der deutschen Energiewende", sagte Rey-Baltar in Sassnitz.

Windräder stehen in der See.

Offshore-Park "Wikinger": Offizieller Baustart

Nordmagazin -

Iberola ist einer der fünft größten Energieversorger in Europa. Mit "Wikinger" baut er den ersten Offshore-Windpark vor der deutschen Küste.

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Bau verzögert sich um ein Jahr

Eigentlich hatte der Bau bereits vor einem Jahr beginnen sollen. Erst seit Januar herrscht nach Angaben von Iberdrola Planungssicherheit. In den kommenden Monaten sollen zunächst die Fundamente für 70 Windkraftanlagen gesetzt werden. Ein Bauschiff mit den ersten 32 Fundamenten nimmt derzeit vom spanischen Aviles Kurs auf Rügen. Derweil wird im Rostocker Hafen das Installationsschiff "Giant 7" bestückt. Noch vor Ostern sollen die Rammarbeiten für die ersten Fundamente beginnen. Teilweise werden sie bis zu 40 Meter tief im Boden verankert. Die Rotoren der 5-Megawatt-Turbinen haben einen Durchmesser von 135 Metern.

200 Arbeitsplätze in Sassnitz

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Die ersten Fundamente für den neuen Ostsee-Windpark "Wikinger" werden für den Einsatz vorbereitet und auf das Spezialschiff "Giant 7" verladen.

Dies sei ein guter Tag für die Energiewende und für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern, sagte Pegel. Iberdrola will den Hafen 25 Jahre lang als Service- und Wartungspunkt nutzen. In Sassnitz sollen dadurch 200 direkte und indirekte Arbeitsplätze entstehen. Angesichts der teils scharfen Kritik am Windkraftausbau im Nordosten betonte Pegel die Potenziale der erneuerbaren Energien für das Land. Die Energiewende sei eine Riesenchance für Mecklenburg-Vorpommern und könne für eine Reindustrialisierungswelle sorgen. Das Iberdrola-Projekt sei nicht nur wirtschaftspolitisch willkommen, sondern auch klimatechnisch "ein Knall" mit 600.000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr. Laut Iberdrola gehen mehr als 50 Prozent des Gesamtauftragsvolumen an deutsche Firmen oder Subunternehmen.

"Wikinger" ist nach Baltic 1 und Baltic 2 der dritte Windpark in der deutschen Ostsee. Iberdrola plant bereits ein weiteres Projekt. Die Arbeiten für den Windpark "Windanker" in der Nähe von "Wikinger" könnten 2021 starten, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.03.2016 | 12:00 Uhr