Stand: 26.01.2016 12:56 Uhr

Haftstrafen für Attacken auf Asylbewerber

Im Prozess um einen Angriff auf eine Gruppe von drei Asylbewerbern in Anklam (Kreis Vorpommern-Greifswald) ist das Urteil gefallen. Die Richter am Amtsgericht Pasewalk verurteilten einen 27-jährigen Anklamer wegen gefährlicher Körperverletzung zu anderthalb Jahren Freiheitsstrafe.

Angegriffener rettet sich mit Sprung zur Seite

Laut Gericht hatte der Mann im November 2014 versucht, einen der Ausländer mit dem Auto zu überfahren. Der Angegriffene hatte sich nur mit einem Sprung zur Seite retten können. Außerdem habe er diesen auch geschlagen. Eine Bewährung schloss der Richter wegen des Vorstrafenregisters des Beschuldigten aus.

Beschuldigte schweigen

Der 22 Jahre alter Bekannte des Mannes muss für zwei Monate ins Gefängnis. Eine weitere Angeklagte wurde freigesprochen. Ihre Tatbeteiligung konnte nicht nachgewiesen werden. Als bedenklich schätzte der Richter ein, dass die Opfer ohne Dolmetscher bei der Polizei vernommen wurden. Für eine vollständige Aufklärung hätten Foto-, Audio- oder Videobeweise gefehlt. Die Zeugen hätten sich außerdem in ihren Aussagen widersprochen. Vier Prozesstage waren nötig. Die drei Beschuldigten schwiegen bis zuletzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.01.2016 | 13:00 Uhr