Stand: 13.06.2017 17:10 Uhr

Grünes Licht für deutsch-polnisches Sprachprojekt

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In Vorpommern sollen sich mehrere Schulen und Kitas an dem Projekt zur Sprachförderung beteiligen. (Archivbild)

Im deutsch-polnischen Grenzgebiet soll die gegenseitige Sprachförderung mit einem Pilotprojekt ausgeweitet werden. Dabei sollen in Polen und Deutschland Kinder die jeweils andere Sprache von der Kita bis zur Oberstufe erlernen - und so die jeweilige Kultur besser verstehen können. Das entsprechende EU-Projekt hat nun grünes Licht von den zuständigen Gremien der Euroregion Pomerania erhalten, wie eine Sprecherin der Kommunalgemeinschaft Pomerania am Mittwoch in Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sagte.

"Die Sprache des Nachbarn werden"

Das Projekt bezieht sich auf die Regionen Vorpommern, den brandenburgischen Landkreis Uckermark sowie das polnische Stettin (Szczecin). Zwar wird in einigen Kitas und Schulen entlang der Grenze schon jetzt Polnisch unterrichtet, aber meistens nur für wenige Jahre. Denn in den Grundschulen wurde die Sprache bislang noch nicht angeboten. So bekamen einige Kinder zwar schon in der Kita in Kontakt mit dem Polnischen, aber dann erst wieder ab der 7. Klasse. Durch das neue Projekt soll diese Lücke geschlossen werden. "Polnisch soll mehr Kontinuität bekommen, nicht nur zweite Fremdsprache sein, sondern die Sprache des Nachbarn werden", sagte der stellvertretende Landrat von Vorpommern Greifswald, Dietger Wille.

3.100 Kinder sollen profitieren können

Im Landkreis Vorpommern Greifswald werden wahrscheinlich vom neuen Schuljahr an sechs Grundschulen teilnehmen: in Heringsdorf und Neuenkirchen bei Greifswald, in Penkun, Pasewalk, Löcknitz und wahrscheinlich auch in Ducherow. Hinzu kommen noch 13 Kitas und 8 weiterführende Schulen. In der Stadt Stettin läuft das Projekt bereits seit März, dort machen bei dem Projekt rund 1.900 Schüler mit - länderübergreifend sollen sich 3.100 Kinder beteiligen. Für das Projekt sind für die kommenden drei Jahre von der EU rund 2,2 Millionen Euro bewilligt worden.

Universität Greifswald wird eingebunden

Die wissenschaftliche Begleitung des Polnisch-Unterrrichts soll die Universität Greifswald übernehmen. Am Institut für Slawistik wird es zwei neue Stellen geben, die beispielsweise Lehrbücher sowie Unterrichtshilfen erarbeiten. Dabei soll es sich nicht um gedruckte Lehrbücher handeln, sondern um moderne E-Books, so dass einzelne Kapitel schnell überarbeitet werden können. Die neuen Mitarbeiter wollen zudem von den Erfahrungen in Stettin profitieren, wo es solche Unterrichtsmaterialien bereits gibt.

Millionen für zweisprachiges Kita-Projekt

Für 6,9 Millionen Euro sollen bei einem weiteren Bildungsprojekt unter dem Motto "Drei Kitas, zwei Sprachen, ein Weg" zweisprachige Kindertagesstätten auf der Insel Usedom in Heringsdorf, Zinnowitz und im polnischen Swinemünde entstehen. Dieses Sprachen- und Bauprojekt wird mit 3,3 Millionen Euro von der EU gefördert.

Tausende Polen leben in Vorpommern

Die Stadt Stettin mit ihren 400.000 Einwohnern will sich zu einer deutsch-polnischen Metropolregion entwickeln. Die Landesregierungen in Schwerin und Potsdam fördern diese Pläne. Seit Wegfall der Grenzkontrollen haben sich nach Angaben der Kreise rund 5.000 polnische Bürger in Vorpommern-Greifswald - vor allem um Löcknitz, auf der Insel Usedom und in Greifswald - und etwa 1.850 polnische Bewohner in der Uckermark niedergelassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.06.2017 | 17:10 Uhr

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