Stand: 09.02.2016 16:52 Uhr

German Pellets sagt Gläubigerversammlung ab

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German Pellets produziert an weltweit 18 Standorten Holzpellets.

Der Wismarer Brennstoffhersteller German Pellets hat eine für Mittwoch angekündigte Gläubigerversammlung abgesagt. Das teilte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Eine Begründung für die Absage nannte German Pellets auf Nachfrage nicht. Es würden weitere Gespräche geführt, hieß es lediglich. Wann und ob es überhaupt zu einer Gläubigerversammlung kommt, sei unklar.

Unternehmen droht Zahlungsunfähigkeit

Auf der Versammlung in Wismar sollte es um eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro gehen, die eigentlich zum 1. April zurückgezahlt werden müsste. Der Holzverarbeiter hatte den Gläubigern eine Laufzeitverlängerung der Anleihe um zwei Jahre vorgeschlagen. Außerdem sollte der Zinssatz reduziert werden. Werden diese Vorschläge abgelehnt, droht German Pellets die Zahlungsunfähigkeit. Tausende Anleger bangen nun um ihr Geld, auch Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Tochter- und Schwester-Firma melden Insolvenz an

Zwei mit German Pellets verbundene Unternehmen haben derweil bereits ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt und Insolvenzanträge gestellt. Wie NDR 1 Radio MV am Dienstag berichtete, hat nach dem Ofenbauer Kago im Januar nun auch die German Pellets-Tochter FireStixx Holz Energie aus Bayern Insolvenz angemeldet. Begründet wurde dies mit den finanziellen Problemen beim Mutterkonzern in Wismar, hieß es.

Stillstand in einigen Werken

Nach aktuellen Zahlen des Inkassodienstleisters Creditreform Mecklenburg-Vorpommern hatte sich die Bonität von German Pellets zuletzt verschlechtert. Grund seien viele offene Rechnungen und Inkasso-Forderungen von Zulieferern, die das Werk in Wismar und andere Standorte zur Zeit nicht mehr mit Rohstoffen versorgen. Deshalb stehen die Maschinen in Wismar und anderswo zeitweise still.

Weltweit 18 Produktionsstandorte

German Pellets mit seinen 18 Produktionsstandorten ist einer der weltgrößten Hersteller von Holz-Pellets. Der Wismarer Konzern ist mit rund 420 Millionen Euro verschuldet, mehr als die Hälfte davon aus Anleihen. Dem Unternehmen ging es nach eigenen Angaben gut, im vergangenen Jahr lag der Gewinn bei rund 38 Millionen Euro. Im Stammsitz in Wismar sind 150 Mitarbeiter beschäftigt, insgesamt sind es über 600.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.02.2016 | 13:00 Uhr