Stand: 05.10.2016 17:29 Uhr

German Pellets: Die Insolvenzmasse ist (fast) weg

Unter dem Namen Wismar Pellets wird auf dem Betriebsgelände mittlerweile wieder produziert. (Archivbild)

Vor dem Amtsgericht Schwerin sind am Mittwoch die Verhandlungen über die Insolvenz des ehemaligen Wismarer Holzverarbeitungs-Unternehmens German Pellets fortgesetzt worden. Erstmals seit Bekanntgabe der Insolvenz im Februar wurde der offizielle Insolvenzbericht in vollem Umfang öffentlich vorgestellt. Die Forderungen der mit 17.000 Anleihegläubigern größten Gläubigergruppe betragen rund 280 Millionen Euro.

Insolvenzmasse viel geringer als angenommen

Nach Angaben von Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde ist das Geld aus den 17.000 Anleihen offenbar über Österreich in die USA gelangt. Man prüfe nun, ob die Millionen wieder zurückgeholt werden könnten. Insgesamt gebe es mittlerweile Forderungen in Höhe von 427 Millionen Euro, so Schmudde. Nach Veröffentlichung des Berichts stehen vermutlich nur noch knapp zehn Millionen Euro an Insolvenzmasse zur Verfügung. Ursprünglich war von 40 Millionen Euro die Rede gewesen. Dem Vernehmen nach brachten die Firmenverkäufe 45 Millionen Euro, etwa 36 Millionen davon gingen an die Banken. Für die 17.000 Besitzer von Anleihen und Genusscheinen bleibe somit eine "nur geringe Quote", sagte Schmudde, ohne selbst Zahlen zu nennen.

Staatsanwaltschaft schaltet sich ein

Wie Schmudde bei der Versammlung mitteilte, hat es bei German Pellets große Fehler in der Unternehmensführung gegeben. Neben falschen Umsatzzahlen wusste offenbar niemand in der Firma, was die Produktion von Pellets koste und ob die Herstellung dieser sinnvoll sei. Wie NDR 1 Radio MV berichtete, wurden in dem Wismarer Werk zudem eine manipulierte Siloanlage und eine ungeeichte Waage entdeckt. Mit dem Bericht der Insolvenzverwalterin werde sich die Staatsanwaltschaft auseinandersetzen, da sich daraus Haftungsansprüche gegen einen Wirtschaftsprüfer ergeben würden, hieß es.

German Pellets noch mit 50 Mitarbeitern

Das zweite Treffen der Gläubiger fand im Justizministerium in Schwerin statt. Bei dem ersten Termin waren nur sehr wenige Betroffene gekommen, dabei war eigens die Sport- und Kongresshalle in Schwerin mit 1.000 Plätzen angemietet worden. Das Werk in Wismar ist im Mai an einen US-amerikanischen Finanzinvestor verkauft worden. Derzeit arbeiten rund 50 Mitarbeiter in der Produktion - vor der Insolvenz im Februar waren es noch 150. German Pellets war nach eigenen Angaben der weltweit größte Produzent und Händler von Holzpellets.

Hausfassade mit dem Schriftzug der German Pellets.

German Pellets: Insolvenzbericht vorgestellt

Nordmagazin -

Die Anleger des insolventen Brennstoffherstellers German Pellets müssen ihr Geld im Wesentlichen in den Wind schreiben. Die Insolvenzmasse ist geringer als angenommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.10.2016 | 17:10 Uhr

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