Stand: 19.03.2017 16:07 Uhr

Geobotaniker für den Schutz der Arnika

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Salben und Tinkturen mit Arnika gelten als schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Zahlreiche Pflanzenarten in Mecklenburg-Vorpommern gelten als stark gefährdet. Vom Aussterben bedroht ist auch die Heilpflanze Arnika. Lediglich vier Standorte an denen die gelbe Blume vorkommt gibt es noch im Land. Die Geobotaniker Mecklenburg-Vorpommerns haben in Neubrandenburg ein Schutzkonzept vorgelegt. Die Absenkung des Grundwasserspiegels und das Fehlen offener Bodenstellen sind nur zwei Ursachen für das Aussterben der Heilpflanze, informierte Geobotanikerin Heike Ringel.

Änderung der politischen Rahmenbedingungen gefordert

Das Konzept liefert zunächst eine Analyse der Altflächen. Im Ergebnis fanden die Experten elf Standorte, bei denen die Bedingungen derzeit so wären, dass die Heilpflanze wieder wachsen könnte. Alle anderen Standorte sind wegen der intensiven Bodennutzung in den vergangenen Jahren für die Pflanze verloren, hieß es. Es müssten die politischen Rahmenbedingungen geändert werden, so eine Forderung der Geobotaniker. In Hessen wird seit Jahren erfolgreich ein Schutzkonzept für die Arnika durchgesetzt. Die Realisierung liegt in der Hand der staatlichen Forstanstalt, hieß es. Hierzulande fehlt Geld, um zum Beispiel Boden- und Wasserproben zu analysieren.

Bestand schützen durch extensive Beweidung

Vor einigen Jahren gab es in Mecklenburg-Vorpommern noch 120 Standorte, an denen Arnika gewachsen ist. Jetzt gilt es in erster Linie die noch vorhandenen Altpflanzen zu schützen. Das geht beispielsweise durch extensive Beweidung, zum Beispiel durch Schafe. Neben der Arnika sind weitere 76 Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Dazu gehört auch die Wiesenkuhschelle. Geobotaniker arbeiten ehrenamtlich: Sie erfassen Vorkommen und die Verbreitung von Pflanzen sowie deren Veränderungen in der Vergangenheit .

Universell einsetzbare Heilpflanze

Als Heilpflanze wird Arnika meist äußerlich eingesetzt. Sie gilt als schmerzlindernd und entzündungshemmend und wird vor allem bei stumpfen Verletzungen oder rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Sie fördert die Durchblutung und sorgt für gute Heilung und Linderung von Blutergüssen, Muskelschmerzen und Schwellungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.03.2017 | 13:00 Uhr

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