Stand: 15.09.2015 11:24 Uhr

Forstwirte rechnen mit Mäuseplage

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Den Mäusen geht es in Mecklenburg-Vorpommern sehr gut - aus Sicht der Forstwirte etwas zu gut.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es in diesem Jahr besonders viele Mäuse. Auf den Feldern finden Bauern mehr Mäusenester als in den vergangenen Jahren, für die Landwirtschaft ist das aber bisher noch kein Problem. In den Wäldern rechnen Forstleute dagegen sogar mit einer Mäuseplage. Schon im vergangenen Herbst waren die Mäuse im Wald ein Thema, nach dem milden Winter haben sich die kleinen Nager im Frühjahr munter weiter vermehrt. Deshalb bereiten sich Forstexperten jetzt auf die Mäusebekämpfung vor.

Junge Bäume sind besonders gefährdet

In der Forstbaumschule Gädebehn bei Schwerin ist der Boden zwischen den Nordmanntannen in diesem Jahr besonders weich und locker - er ist von den Mäusen durchlöchert. Besonders gefährdet sind junge Bäume, denn die Mäuse können in Windeseile ganze Kulturen auslöschen. Eichen und Buchen schmeckten ihnen besonders gut, sagt Forstbeamtin Manuela Springer: "Entweder wird die Wurzel befressen oder es werden die Stämmchen oben benagt. Und dann ist die Kambiumschicht verletzt und der Baum stirbt ab." Jahrelange Arbeit wäre dann verloren.

Gift mit Lockstoff nur für Mäuse

Um wirtschaftlichen Schaden zu vermeiden, werden die Mäuse bekämpft - das Gift dafür hat die Forstwirtin schon bestellt. Von November bis März darf das chemische Mittel verteilt werden, 2.000 Tütchen auf einen Hektar Wald. Die kleinen Beutel enthalten einen Lockstoff, auf den nur Mäuse reagieren. "Damit keine anderen Wildtiere das Gift aufnehmen oder umherstreichende Katzen und Hunde“, erklärt Springer.

Dauerkulturen unter Beobachtung

Niedersachsen und Hessen hätten für die Wälder schon Mäuse-Warnungen ausgegeben, sagt Manuela Springer. Sorgen machen sich auch die Landwirte in Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Mecklenburg-Vorpommern sind zwar mehr Mäuse da, aber noch sehen die Agrar-Fachleute darin kein Problem. Nur Dauerkulturen wie beispielsweise Klee, Luzerne oder Obstbäume, wo die Mäuse ungestört bleiben, müssen überwacht werden.

Mäusefallen jeden Tag voll

Manuela Springer beobachtet auch mehr Mäuse im Haus: "Wenn der Acker abgeerntet ist, ziehen die Mäuse sich dahin zurück, wo auch Nahrung ist." In ihrem Haus hat die Forstwirtin vier Fallen aufgestellt - die jeden Tag voll sind. "Das ist schon enorm. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es schon mal so extrem war.“

Handschuhe bei der Gartenarbeit empfohlen

Die Mäuse können ein Hantavirus in sich tragen, das auch auf Hunde übertragbar ist. Wer Mäuse im Garten hat, sollte also unbedingt Handschuhe tragen, denn bei der Gartenarbeit kann es auch unbeabsichtigt leicht zu Berührungen kommen. Tote Mäuse aus der Falle sollten am besten in einer Tüte über den Hausmüll entsorgt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.09.2015 | 12:00 Uhr