Stand: 17.08.2017 08:01 Uhr

Forscher entwickeln Schluckimpfungen für Fische

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In Aquakulturanlagen bestehe die Gefahr von seuchenhaft verlaufenden Infektionskrankheiten mit großen Verlusten, so das Landwirtschaftsministerium.

In Mecklenburg-Vorpommern forschen Wissenschaftler an Schluckimpfungen für Fische in Zuchtanlagen. Dafür haben drei Institute - auf der Insel Riems, in Greifswald und in Dummerstorf bei Rostock - jetzt Fördermittel vom Land und der Europäischen Union in Höhe von mehr als einer Million Euro erhalten. Das teilte das Landwirtschaftsministerium am Mittwoch mit.

Impfung per Spritze bedeutet Stress

Um in Zukunft immer größer werdende Fischbestände vor Infektionskrankheiten zu schützen und wirtschaftliche Schäden zu verhindern, suchen die Wissenschaftler ein neues Impfsystem. Lachse in Netzkäfigen würden schon jetzt einzeln mit einer Spritze geimpft, was Stress für die Tiere bedeute und sehr aufwendig sei, heißt es aus dem Ministerium. Deshalb sollen Verfahren entwickelt werden, um Lachse, Forellen, Karpfen und Barsche per Schluckimpfung zu immunisieren. Für Aquakulturanlagen ist die Immunisierung laut Landwirtschaftsministerium besonders wichtig, weil es hier zu seuchenhaft verlaufenden Infektionskrankheiten mit Verlusten bis zu 100 Prozent kommen kann.

Bedarf könnte bei Zunahme der Aquakulturen steigen

Dem Ministerium zufolge müssen den Fischen in den hier typischen Kreislaufanlagen bisher keine Medikamente verabreicht werden. Das könne sich aber ändern, wenn die Konzentration von sogenannten Aquakulturanlagen zunehme. Der Sprecherin des beteiligten Bundesinstituts für Tiergesundheit, Elke Reinking, zufolge wurden allein in diesem Jahr bundesweit 65 Mal anzeigepflichtige Infektionen allein bei Karpfen einschließlich Kois gemeldet.

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NDR 1 Radio MV | 17.08.2017 | 07:00 Uhr

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