Stand: 29.09.2017 18:00 Uhr

Ermittlungen gegen "Nordische Wut"-Hooligans

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In dem Videoclip treten alls Mitglieder der Hooligan-Gruppe "Nordische Wut" maskiert auf.

Die Polizei Rostock ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft gegen die rechte Hooligan-Gruppe "Nordische Wut" wegen "aller infrage kommender Delikte". Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern dem Ressort Investigation im NDR. Anlass sei ein vergangene Woche online gestelltes Video, in dem sich die Vereinigung vorstellt.

Soldaten, Kindergärtner, Autoverkäufer

Die Mitglieder der Gruppe sind nach Informationen des NDR Bundeswehrsoldaten, Kindergärtner, Tätowierer sowie Autoverkäufer. Einige arbeiten darüber hinaus im Sicherheitsgewerbe bei einem deutschlandweit tätigen Security-Unternehmen. Ob Mitglieder der Gruppe beim Land oder der Stadt Rostock angestellt sind, wollte ein Sprecher des Innenministeriums nicht kommentieren. Auch nicht, ob sich aktive Soldaten oder Reservisten unter ihnen befinden.

Bildung einer kriminellen Vereinigung?

Ob auch wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird, wollte der Sprecher mit Verweis auf laufende Ermittlungen ebenfalls nicht sagen. Bereits vor zwei Jahren war eine sächsische Hooligan-Gruppe wegen dieses Straftatbestandes verurteilt worden. Laut Landgericht Dresden hatte sie sich damals regelmäßig zu Kämpfen mit anderen Gruppen verabredet. Die Tätlichkeiten im Rahmen dieser verabredeten Prügeleien beurteilte es als strafbare, teils gefährliche Körperverletzungen.

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Abspaltung von Rostocker Fanszene

Die Anhänger der Gruppe "Nordische Wut" hatten sich im letzten Jahr aus der Rostocker Fanszene gelöst. Nach Informationen des NDR war ein Grund, dass Rostocks Fanszene vielen von ihnen zu links geworden sei. Einzelne Mitglieder der Vereinigung sind in der Vergangenheit immer wieder mit rechtsextremistischen Aktivitäten aufgefallen. In dem besagten Video sind mehrfach "Heil Hansa"-Rufe zu hören, auch der Hitlergruß wird gezeigt.

Rechtsextremistische Parolen im Stadion

Bei dem Skandalspiel in Prag Anfang September, wo deutsche Hooligans durch rechtsextremistische Parolen im Stadion auffielen, waren ebenfalls Mitglieder von "Nordische Wut" anwesend. Hansa Rostock ist die "Nordische Wut" laut einer Sprecherin bekannt. Räumlichkeiten des Vereins wurden den Mitgliedern der Gruppe in der Vergangenheit jedoch nicht zur Verfügung gestellt.

Die Russland-Connection

Die Rostocker Hooligans haben offenbar auch Verbindungen nach Russland. Ein Mitglied der Gruppe übersetzt in dem Video ins Russische. Veröffentlicht wurde es vergangenen Donnerstag von einer bekannten russischen Szene-Plattform, die in der Vergangenheit schon mehrfach europäische Hooligan-Gruppen dokumentierte. Ermittler sehen mit Sorge, dass sich in Europa verschiedene Hooligan-Gruppierungen vernetzen. Sie befürchten Gewalt-Exzesse rund um die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Russland. Dort sind Gewalt und Rassismus ein großes Problem.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 15.08.2017 | 19:30 Uhr

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