Stand: 13.10.2015 16:00 Uhr

Drei Verhaftungen nach Drogenrazzia im Norden

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In Rostock durchsuchten Beamte am Dienstag Räume der Rockergruppe "Hells Angels".

Am Dienstag haben Einsatzkräfte der Polizei und des Zolls bei einer Großrazzia die Justizvollzugsanstalt in Bützow sowie weitere Gebäude in und um Rostock sowie Hamburg durchsucht. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock bestätigte, waren mehr als 200 Beamte im Einsatz. Drei Personen wurden laut Landeskriminalamt in Untersuchungshaft genommen. Hintergrund sei der Verdacht auf Drogenhandel.

Ehemaliger Rockerclub durchsucht

Zwei der Haftbefehle richten sich gegen Mitglieder der Rockergruppierung "Hells Angels", teilte das LKA weiter mit. Einer von ihnen sitze bereits in der Justizvollzugsanstalt Bützow. Ein Sprecher sagte, seine Strafe dürfte sich nach einem zu erwartenden Drogenprozess noch verlängern. Die Rostocker Vereinsräume der Rocker wurden ebenfalls durchsucht. Insgesamt verdächtigen die Ermittler fünf Frauen und 16 Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren, die sich zu einem Drogenring zusammengeschlossen haben sollen. Es seien 27 Objekte durchsucht worden, darunter auch eine Wohnung in Hamburg. Zuvor war von bis zu 60 Gebäuden die Rede. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fanden die Einsatzkräfte diverse Drogen, darunter 1,6 Kilogramm Amphetamine, und 32.000 Euro in bar.

LKA rechnet Rockergruppierungen der organisierten Kriminalität zu

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Drogenrazzia in Norddeutschland: In Bützow kontrollierten Polizei- und Zollbeamte Zellen. (Archivbild)

Das Verfahren gegen die "Hells Angels" verdeutliche den kriminellen Hintergrund und die kriminellen Strukturen dieser Rockergruppierungen, erklärte das LKA. Sie seien der organisierten Kriminalität zuzurechnen. Die kriminelle Betätigungen werde auch hinter den Gefängnismauern fortgesetzt, hieß es. In der JVA Bützow inspizierten Polizisten am Dienstag daher auch mehrere Gefängniszellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.10.2015 | 16:30 Uhr