Stand: 14.08.2017 14:31 Uhr

Dritter Güstrower Terrorverdächtiger wieder frei

Der während der Hanse Sail in Gewahrsam genommene Terrorverdächtige aus Güstrow (Landkreis Rostock) ist wieder auf freiem Fuß. Wie seine Rechtsanwältin erklärte, wurde der Mann wie geplant am Sonntagabend freigelassen. Während der Hanse Sail musste sich der Mann mehrmals täglich bei der Polizei melden. Zudem durfte er das Stadtgebiet von Rostock nicht betreten. Weil er jedoch am Sonnabend gegen die Meldeauflagen verstoßen hatte, wurde er in Gewahrsam genommen. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe laut Innenministerium nicht bestanden.

Innenministerium: Keine aktuelle Anschlagsgefahr

Die Stadt Rostock hatte offenbar aus Sorge um die Sicherheit der Hanse-Sail-Besucher erwirkt, dass sich der Güstrower für die Dauer der Veranstaltung nicht in Rostock aufhalten darf und sich regelmäßig bei der Polizei melden muss. Das zuständige Gericht teilte mit, der Mann sei der Anordnung zur täglichen Meldung nicht nachgekommen. Ein Haftrichter ordnete deshalb die Ingewahrsamnahme für die Dauer der Segelveranstaltung an. Das Innenministerium betonte, es gebe keine Erkenntnisse über eine aktuelle Anschlagsgefahr in dem Bundesland.

Bosnier bis zur Abschiebung inhaftiert

Der Güstrower war zusammen mit einem bosnischen Brüder-Paar unter Terrorverdacht geraten. Die Behörden setzten das Trio Ende Juli mit einem Großaufgebot fest, weil sie die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat befürchteten. Die Ergebnisse der Hausdurchsuchungen erhärteten den Verdacht jedoch nicht, sodass die an den Ermittlungen beteiligte Bundesanwaltschaft keinen Grund sah, Haftbefehle zu beantragen. Die beiden 26-jährigen Brüder sollen abgeschoben werden und sitzen wegen Fluchtgefahr bis dahin in Sicherungshaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.08.2017 | 14:00 Uhr

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