Stand: 14.02.2016 15:40 Uhr

Dorschschonzeit: Fischer befürchten Einbußen

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Schonzeiten und Fangquoten für Dorsch werden von der EU-Kommission festgelegt.

Die Fischer in der Ostsee befürchten durch die vorgezogene Dorschschonzeit weniger Einnahmen. Statt wie in den Vorjahren Anfang April, beginnt das Fangverbot für den westlichen Dorsch nun am 15. Februar und dauert bis Ende März. Damit beginnt die Schonzeit für den Fisch nicht nur früher im Jahr, sondern sie dauert auch länger, nämlich anderthalb statt bisher einen Monat.

Neue Regelung bedroht kleine Betriebe

Kritik kommt vom Landesverband der Kutter und Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern: Für kleine Betriebe sei die neue Regelung existenzbedrohend, sagt der Vorsitzende Norbert Kahlfuß. Während die Schleppnetzfischerei im Land alternativ auf Hering ausweichen könne, sei ein Großteil der Stellnetzfischer zum Nichtstun verdammt, da der Hering noch nicht die gewünschte Qualität habe.

Von Seiten der Berufsfischerei wird außerdem heftig kritisiert, dass diejenigen Dorsche, die Freizeitfischer - vor allem Angler - aus der Ostsee entnehmen, keiner Quote unterliegen. Für Freizeitfischer gilt daher die Schonzeit nicht.

Fischer aus Schleswig-Holstein befürchten 50% Einbußen

Besonders hart trifft die vorgezogene Dorschschonzeit die Schleppnetzfischer in Schleswig-Holstein, da diese, anders als ihre Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern, keine Heringsquote hätten und somit nicht auf andere Fischarten ausweichen könnten, sagte der Chef der Erzeugergemeinschaft der Nord- und Ostseefischer, Kai-Arne Schmidt. Für den Monat März rechne er deshalb für diese Kutter mit Einbußen von bis zu 50 Prozent.

EU-Kommission legt Regeln fest

Auf Empfehlung des Internationalen Rates für Meeresforschung hatte die Europäische Kommission die Dorschschonzeit in diesem Jahr vorgezogen. Damit soll die Erholung des Bestandes gefördert werden, weil der westliche Dorsch im Februar und März laicht. Ausnahmen vom Fangverbot gibt es für kleine Kutter unter zwölf Meter.

Experten vom Rostocker Thünen-Institut für Ostseefischerei halten die Regelung insgesamt für richtig, sehen aber noch Korrekturbedarf, beispielsweise was Vorgaben zur Maschenweite der Netze betrifft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.02.2016 | 12:00 Uhr