Stand: 13.11.2017 16:16 Uhr

Digitalisierung stößt auf viele Hindernisse

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Die Digitalisierung stößt im Nordosten noch auf viele Hindernisse - eines ist der fehlende Leitungsausbau. (Archivbild)

Die Digitalisierung stößt in Mecklenburg-Vorpommern laut Experten noch häufig auf Hindernisse. Dies wurde am Montag auf der Expertentagung unter dem Titel digitalezukunft@mecklenburg-vorpommern in Rostock deutlich. Ein wesentlicher Faktor sei flächendeckend schnelles Internet, ohne dass kleinere und mittlere Unternehmen nicht von der Digitalisierung in der Arbeitswelt profitieren könnten, hieß es.

Digitale-Zukunfts-Konferenz in Rostock.

Digitale-Zukunfts-Konferenz in Rostock

Nordmagazin -

Auf der "Digitale-Zukunft-Konferenz" in Rostock treffen sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft, um über die digitalen Chancen und Herausforderungen zu diskutieren.

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Schwesig: "Schnelles Internet muss in jedem Dorf ankommen"

Die Bundesregierung habe viel zu spät das Programm für den Breitbandausbau gestartet, kritisierte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gleich zu Beginn der Tagung. Nun sei es zwar in Angriff genommen worden - insgesamt stellten Bund und Land 1,3 Milliarden Euro dafür zur Verfügung - aber wenn zu viel Zeit mit der Regierungsbildung ins Land ziehe, bestehe die Gefahr, abgehängt zu werden, so die Ministerpräsidentin. "Gutes und schnelles Internet ist für mich genauso wichtig wie freie Straßen. Das muss in jedem Dorf ankommen", so Schwesig. Doch auch über schnelle Glasfasernetze müsse mit der Bundesregierung verhandelt werden.

Digitalisierungsfonds und Startup-Zentren

Für Mecklenburg-Vorpommern sei die digitale Arbeitswelt eine Chance, nicht zuletzt auch weil sie bei bestehender Netzinfrastruktur dezentral und auch fern der Metropolen funktionieren kann, so Schwesig. Die Ministerpräsidentin kündigte einen Digitalisierungsfonds an. "Wir werden zehn Millionen Euro bereitstellen. Und wir haben vor, zwei Startup-Zentren in unseren Universitätsstädten zu gründen", sagte Schwesig.

"Was genau ist unser Ding?"

Für den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock, Klaus Ruhe Madsen, ist eine Strategie der Inhalte und Anwendungen unerlässlich. "Das kann Robotik sein, das kann künstliche Intelligenz sein - beides Themen, die definitiv auf uns zukommen. Dann sollten wir auch sagen: Wir haben hier Gewerbegebiete und Rahmenbedingungen dafür geschaffen. Das wir sagen, was genau ist unser Ding? Wofür wollen wir in fünf oder zehn Jahren bekannt sein?"

Mehr Kompetenz bei Lehrern gefordert

Ein Beispiel aus der Praxis, wie Digitalisierung funktionieren kann, lieferte Karl Kliefoth mit seiner Firma Fiskado. Die Vier-Mann-Firma kümmert sich um die mehr als 100.000 Angler, die für ihr Hobby ins Land kommen. "Dadurch, dass die Services noch nicht online abwickelbar sind, ergeben sich viele Chancen. Der Angler kann über unsere Webseite Informationen zu seinem Angelziel heraussuchen und kann Angelkarten kaufen", so Kliefoth.

Die Jungunternehmer wollen nun eine Angel-Pose entwickeln, die zum Datenpool für den Gewässerschutz werden könnte. "Der Angler selbst möchte wissen: Wie ist die Temperatur am Wasser? Wie der Luftdruck? Auch für Umweltinstitute ergeben sich daraus viele interessante Datenverläufe", so Klieforth. Die noch fehlende flächendeckende Infrastruktur ist aus seiner Sicht aber nicht das einzige Problem. "Zu wenig Investition in die Lehrerfortbildung. Dort gibt es viel zu wenig Kompetenz was digitale Techniken angeht."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.11.2017 | 16:00 Uhr

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