Stand: 01.03.2016 20:31 Uhr

Deutlich mehr Prügel-Attacken auf Lehrer

An den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Gewalt gegen Lehrer offenbar zu. Die Schulleiter meldeten im vergangenen Jahr deutlich mehr Schülerattacken als in den Vorjahren. Das geht aus einer Antwort des Bildungsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem NDR vorliegt. Demnach wurden im Schuljahr 2014/2015 insgesamt 22 Gewalt-Attacken auf Lehrer registriert. In den Jahren zuvor lag die Zahl mit zwei bis fünf noch deutlich niedriger.

Gewalt unter Jüngeren führt Statistik an

Mittlerweile ist die Kategorie "Übergriffe gegen Lehrkräfte" auf Platz 2 aller gemeldeten Gewaltvorfälle an den Schulen vorgerückt, noch vor der Kategorie "Bedrohungen, Mobbing oder Nötigung" (20 Fälle). Auf Platz 1 liegt die Meldekategorie "Gewalt von Schülern unter 14 Jahren" (65 Fälle).

Linken-Bildungsexpertin vermutet hohe Dunkelziffer

Die Bildungsexpertin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, spricht angesichts der Gewalt gegen Lehrer von einer bedrückenden Entwicklung. Sie vermutet, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. Die Rauheit der Gesellschaft mache offenbar vor der Schule nicht halt, das Land müsse konsequenter vorgehen, um Lehrer zu schützen. Außerdem beklagt Oldenburg mangelnde Hilfe des Ministeriums. Die Schulen würden Übergriffe auf Lehrer melden, dann aber blieben Prävention und andere Unterstützung weitgehend aus.

Ministerium geht von "verändertem Meldeverhalten"aus

Die Vorsitzende der Schulleitungsvereinigung, Heike Walter, sagte, es handele sich offenbar nur um die Spitze des Eisbergs. Die Vorfälle müssten genau beleuchtet werden. Schule sei nicht dazu da, dass Schüler lernten, Konflikte mit Gewalt zu lösen. Das Bildungsministerium in Schwerin geht angesichts der gestiegenen Zahlen von einem "veränderten Meldeverhalten" der Schulen aus. An den Schulen im Land werden etwa 140.000 Schüler unterrichtet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.03.2016 | 07:00 Uhr