Stand: 09.01.2016 12:34 Uhr

DMSG sorgt sich um Beratungsangebot

Bei einer Multiplen Sklerose greift der eigene Körper die Nerven an (grafische Darstellung).

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft muss voraussichtlich zum Jahresende eine ihrer drei Beratungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern schließen. Welche der Anlaufpunkte in Schwerin, Rostock und Stralsund betroffen sein wird, sei noch offen, sagte Vorstandsvorsitzende Gudrun Schoefer beim Neujahrstreffen des Vereins am Sonnabend in Schwerin. Grund sei das Auslaufen einer mehrjährigen Förderung. Damit fehle das Geld, um alle drei Sozialarbeiterinnen zu bezahlen.

Personalkosten nicht gedeckt

Für Projekte stünden ausreichend Mittel zur Verfügung, so Schoefer. Es fehle aber an Personal, um die eigentliche Arbeit - die Beratung und Betreuung von Erkrankten - zu erledigen und zusätzlich noch Projekte zu beantragen und umzusetzen. Im vorigen Jahr habe der Verband über rund 300.000 Euro verfügt. Das Land steuere 27.000 Euro für eine Personalstelle bei. Weitere Mittel kämen aus Bußgeldern, von Krankenkassen und Rentenversicherung.

Ursachen der neurologischen Krankheit unbekannt

Bei der bislang nicht heilbaren Multiplen Sklerose (MS) handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, die zu Störungen der Bewegungen und der Sinnesempfindungen führt. Die Krankheit zeigt sich meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, ihre Ursache ist unbekannt. Laut Schoefer sind in Mecklenburg-Vorpommern schätzungsweise rund 2.500 Menschen an MS erkrankt.

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Dank an 130 ehrenamtliche Helfer

Rund 700 Betroffene sind im Landesverband Mitglied. Zusammen mit ihren Familienangehörigen würden rund 2.000 Menschen betreut, rechnete Schoefer vor. Den sechs Hauptamtlichen, die sich fünf Stellen teilen, stünden mehr als 130 Ehrenamtliche zur Seite - meist Betroffene oder Angehörige. Ihnen sollte mit dem Neujahrstreffen gedankt werden.

Verband hilft Betroffenen im Alltag

Bei der Arbeit der DMSG steht die um Unterstützung im Alltag im Mittelpunkt, sagte die Vorstandsvorsitzende. Nach der Erstdiagnose gehe es zumeist um die berufliche Zukunft der Betroffenen, etwa um die Möglichkeit einer Umschulung. Mit dem Fortschreiten der Krankheit ändere sich der Alltag. Oft gebe es Probleme in der Familie oder der Beziehung, bei denen Sozialarbeiter mit ihrem Wissen auch in rechtlichen Dingen helfen könnten. Der Verband bietet auch Selbsthilfegruppen und MS-Stammtische an.   

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NDR 1 Radio MV | 09.01.2016 | 13:00 Uhr